Teil 4: Das Licht übernimmt die Führung

„Der Seinszustand des Menschen muss so sein, dass die Flamme des Geistes nicht mehr gelöscht werden kann.“

Dort, wo das Licht Wohnung nehmen konnte, versucht es, dauerhaft zu bleiben und die Führung des ganzen menschlichen Wesens zu übernehmen.

Es ist eine Gnade, wenn sich ein Mensch für das geistige Licht öffnen konnte. Er erfährt dieses Licht jedoch anfangs als starke Beunruhigung. Zunächst weiß er nicht, was in seinem Leben falsch läuft. Doch mit der Zeit entwickelt sich in seinem Innern ein deutliches Kennzeichen. Er nimmt außer seiner Persönlichkeit, seinem ganz normalen Ich mit all seinem Wollen, Fühlen und Denken auch einen davon unabhängigen „Raum“ der Stille wahr. Er entdeckt tief in sich eine zeit- und raumlose Existenz. Er entdeckt sein wahres Ich. Diese Entdeckung ist zunächst überwältigend. Es ist, als würde der Mensch erhoben in einen ganz neuen Seinszustand. Doch leider hält dieser Zustand nicht an. Schon bald findet er sich wieder in den alten Strukturen und Mustern der Persönlichkeit. Dann kommen die Zweifel, ob alles vielleicht Selbstbetrug war. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach diesem anderen Ich. Und irgendwann, in einem Moment, in dem er nicht damit gerechnet hat, macht es sich erneut bemerkbar. Das geschieht so lange, bis sich im Wesen des Menschen die Überzeugung einstellt, dass es kein Selbstbetrug sein kann.

Das neue Lebensziel

Jetzt kommt es darauf an, diesem Licht zu dienen, es anzuerkennen – ja, es zu lieben.
Von nun an ist also das Lebensziel eindeutig festgelegt: Es gibt nichts Wichtigeres, als dieses geistige Licht, das tief im Herzen erfahren wird und das immer deutlicher zum Kandidaten spricht. Mit dieser eindeutigen Ausrichtung wird es dem Licht möglich, die Führung zu übernehmen und in alle Lebensbereiche hinein zu wirken. Eine spontane Leichtigkeit breitet sich aus. Die Schwere des Alltags löst sich auf. Die Angst, die unterschwellig stets auf der Lauer lag, die Zweifel, die nagten, die kleinen persönlichen Sorgen, sie alle werden vom Licht überstrahlt.

Die Arbeit mit dem Licht

In diesem Seinszustand wird eine neue Spirale der Selbsterkenntnis eröffnet. Die Liebe und das Vertrauen zum Licht ermöglichen es dem Menschen, tiefer in seinen eigenen Abgrund zu blicken. Denn da, wo das Licht scheint, wird auch der Schatten sichtbar. Mit immer größerer Wachsamkeit muss nun das Gedanken- Gefühls- und Handlungsleben überprüft werden, ob es den Forderungen des Lichtes entspricht. Dabei helfen dem Menschen seine Lebenssituation, seine persönlichen Beziehungen und sein Umfeld. In ihnen kann er wie in einem Spiegel immer wieder sich selbst erkennen. Und alles, was ihm im Außen begegnet, wird er in seine eigene Innerlichkeit hinein nehmen und dort dem Licht übergeben. Dieser Teil des Weges ist nicht frei von Mühen und Herausforderungen, denn die Herausforderungen wachsen in dem Maße, wie der Kandidat tatsächlich Erfolg hat. Doch weil er sich der tiefen Erfahrung des geistigen Lichtes bewusst ist, kann er sich mutig den Herausforderungen stellen, denn er weiß, dass alles, was ihm widerfährt, zu seinem Heil geschieht. In dieser Sicherheit nimmt er an, was das Leben ihn lehren will. Dankbarkeit und Vertrauen werden so zur Grundlage seines Lebensgefühls, und auf einer solchen Grundlage ist die spirituelle Weiterentwicklung gesichert.

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