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LOGON Magazin über Wahrnehmung

Leben ist Wahrnehmung und Austausch und damit auch Veränderung. Das Besondere an der Wahrnehmung ist ihre Vielgestaltigkeit.

Liebe Leserin, lieber Leser,
morgens, es ist noch sehr früh und die Vögel beginnen gerade, mit ihrem Gesang einen neuen Tag anzukündigen .... Die Sonne erinnert mit einem schmalen lichten Streifen am Horizont daran, dass die Dunkelheit nun bald einem neuen Licht weichen muss. Die Atmosphäre ist besonders, wenn sich Licht und Finsternis begegnen. Was wäre aber dieses ganze Spiel der Natur, wenn es niemanden gäbe, der es empfinden und wahrnehmen könnte?

Am Mittwoch, den 20. April um 20 Uhr

öffnet die LOGON Redaktion wieder ihre virtuellen Redaktionsräume, um sich mit interessierten LOGON Lesern über das neue Heft zum Thema Wahrnehmung auszutauschen. Wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen

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Aufgerichtet und strömend wie ein Baum

Burkhard Lewe
Wahrnehmendes Sein zwischen oben und unten, innen und außen
normal;

"Die Weisheit ist ein Baum des Lebens ...

(Sprüche Salomos 3, 18)

Wenn wir vor einem uralten Baum stehen, erweckt das Gefühle von Ehrfurcht und Geborgenheit in uns. Der Baum zeigt uns etwas von seiner Schönheit, Stille und Heiligkeit. Er spiegelt uns die Größe unseres innersten Wesens.

Wahrnehmung-Wahrgebung-Wahrschaffung

Rene Lucas
Wahrgebung und Wahrnehmung sind ein Austausch: ein Geben und Nehmen

Untrennbar mit der Wahrnehmung verbunden sind die Objekte der Wahrnehmung: Hände, Laptop, Auto, Lenkrad. Sie sind sprachliche Benennungen für Wahrnehmungs-Phänomene. Die Sprache dient als zweite Schicht, aufgesetzt auf die sinnliche Wahrnehmung – eine Art Beta-Matrix neben der Alpha-Matrix. Für die alten Griechen war die Sprache eine von Gott gegebene Fähigkeit – auch dies ein Aspekt der Wahrgebung.

Epiphanie – ein Erlebnis im Hier und Jetzt?

Isabel Lehnen
Die Epiphanie kann zart an die Tür unseres Herzens klopfen
oder uns überfallen wie ein brausender Sturmwind

Hier soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit Epiphanie etwas ist, das wir im eigenen täglichen Leben erfahren können. Epiphanie als ein Erlebnis aus erster Hand – ohne gelehrten oder ideologischen Überbau, ohne Drittinstanzen als Vermittler oder Interpreten.

Wahrnehmung der Stille

Heiko Haase
Der Fuchs strebt in der Abenddämmerung über die Wiese hin, dem Walde zu.
Immer wieder bleibt er stehen, hält die Nase in den leichten Abendwind, dreht den Kopf nach allen Seiten, sucht mit seinen lebendigen Augen die Umgebung ab. Er wechselt ein paarmal die Richtung, um schließlich zwischen den großen Bäumen zu verschwinden.
Leben ist eines der tiefsten Geheimnisse. Es ist eng verbunden mit Wahrnehmung, Energieaustausch und steter Veränderung.

Wahrnehmung ist absichtsvoll

Gary Lachmann
Der Philosoph Edmund Husserl (1859-1938) erkannte das Sehen als ein Tun, als ein Hervorbringen, ja als ein Erschaffen

Eine der wichtigsten Entdeckungen zum menschlichen Bewusstsein wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von dem deutschen Philosophen Edmund Husserl gemacht. Er war entsetzt über den Zustand, in den die Philosophie geraten war; sie war gleichsam überwuchert von Hegelschen Abstraktionen und außerdem dem Relativismus des „Psychologismus“ unterworfen, der behauptete, dass philosophische Fragen auf psychologische Fragen reduziert werden könnten. Husserl wollte mit allen Annahmen und
Voraussetzungen aufräumen, die sich um unsere innere und äußere Wirklichkeitserfahrung angesammelt hatten, und neu beginnen. Sein Aufruf lautete: „Zu den Dingen selbst!“ Was hat er damit gemeint?

Die Augen des ewigen Bruders

Traudl Elsas
Theosophische Gedanken zu einer Legende von Stefan Zweig

Ist es das Gewissen oder die innere Stimme – oder die „Stimme der Stille“? Ist es das Daimonion2 des Sokrates oder das buddhische Prinzip? Oder der innewohnende Christos, der von sich sagte: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“ (Matth. 28, 20)? Virata3 wird jedenfalls von Ihm, dem „ewigen Bruder“, ergriffen.

Wahrnehmung wird aus der Empfindung geboren

Sibylle Barth
Maurice Merleau-Ponty (1908-1961) forschte nach den Quellen unserer Empfindungen. Er entdeckte, dass der ätherische, unsichtbare Leib des Menschen hierbei eine entscheidende Rolle spielt.

„Was ich Ihnen wiederzugeben versuche, ist unbegreiflicher, es ist mitden Wurzeln des Seins selbst verflochten, an der ungreifbaren Quelle des Empfindens.“ (Paul Cézanne)

Die Quelle der Empfindung, von der Cézanne schreibt, ist immer in uns anwesend – in jedem Augenblick, der ganz der unsere ist.

Eines wird sichtbar

Myriam Hätschel
Verwandlung der Dinge durch Wahrnehmung.
Rilkes Weg

Aktuell strahlt uns die Natur erneuernd entgegen und lenkt so die Aufmerksamkeit der Mensch- und Tierwelt auf sich. Die Verwandlung hat ganz offensichtlich begonnen, der Frühling entfaltet sich schöpferisch und scheinbar ganz ohne jegliches Maß. Eine Präsenz von etwas Neuem lässt sich wahrnehmen – aber, was ist diese Präsenz und welche geheimnisvolle Kraft bringt dieses Neue zum Ausdruck?

Was ist Licht?
Was ist Sehen?

Joachim Plackmeyer
Licht und Sehen – wir gehen täglich damit um, es ist für uns etwas Selbstverständliches, Alltägliches. Lohnt es sich überhaupt, tiefer darüber nachzudenken? Es ist eine Eigenart des Menschen, sein aktuelles Weltbild als richtig zu betrachten. Doch die Sichtweisen verändern sich – auch die vom „Sehen“.

„Hier bist du sicher, alles ist dir vertraut“

Matthias Krause
Über eine Geschichte von Michael Ende

Vielleicht haben Sie einen Augenblick der Muße? Eine Erzählung ohne Titel und Überschrift des 1995 verstorbenen deutschen Schriftstellers Michael Ende wartet auf Sie. Er wird Ihnen bekannt sein als Autor von Momo, von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer oder von Die unendliche Geschichte, aber weniger vermutlich als Verfasser der Kurzgeschichtensammlung Der Spiegel im Spiegel, zu der auch der Text gehört, von dem hier die Rede sein soll.

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