Künstliche Intelligenz

Die zweite Schöpfung

Künstliche Intelligenz basiert auf digitaler Technik, verarbeitet in Computern, in Robotern und in Smartphones. Durch eine Gehirn-Computer-Schnittstelle könnten Mensch und Maschine zu einer Superintelligenz verschmelzen. Nimmt der Mensch die Evolution selbst in die Hand?

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem Maschinenlernen befasst. Im Allgemeinen bezeichnet KI den Versuch, menschenähnliche Entscheidungsstrukturen nachzubilden. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der "digitalen Revolution" und bildet die technische Grundlage des Internet sowie computergestützter Anwendungen in fast allen Bereichen des Lebens: Zum Beispiel für das Smart Home, für Datenbanken aller Art, Soziale Netzwerke, für "Big Data" durch die nahezu lückenlose Überwachung öffentlicher und privater Bereiche bis hin zum Transhumanismus - der Vision eines künstlichen "Übermenschen".

Der Mensch , ein eigenwilliger Schöpfer

Alle Elemente der digitalen Welt sind ein Symptom, dessen tiefere Ursache im Menschen selbst wurzelt: Sein Drang zu eigenständiger, eigenwilliger Schöpfung. Künstliche Intelligenz kann man daher als den Versuch einer "zweiten Schöpfung" ansehen. An der Erschaffung eines künstlichen Menschen wird intensiv gearbeitet. Diese humanoiden Maschinen erinnern der äußeren Form nach an Menschen. Denn inzwischen ist die äußere Hülle dieser Roboter so perfekt, dass das Imitat tatsächlich die Illusion eines echten Menschen hervorrufen kann. Aber es ist eben nur menschenähnlich, denn es fehlt ihm das spezifisch menschliche Bewusstsein. Das Innenleben ist ein Computer, der streng nach einer Software arbeitet und alle mechanischen Funktionen steuert.

Intelligenz ist mehr als eine quantitative Eigenschaft

 Die gegenwärtige Entwicklung selbstlernender Software mit Hilfe neuronaler Netzwerke könnte die menschliche Intelligenz eines Tages überflügeln. Aber Intelligenz wird hier nur als quantitative Eigenschft definiert. Im menschlichen Gehirn entspricht dies nur einem Bruchteil seiner Denkleistung, neben allen anderen Eigenschaften. Die Qualität sozialer und emotionaler Intelligenz wird ein Computer kaum erreichen können, allenfalls kann sie imitiert oder simuliert werden. Ein "Maschinen-Mensch" mit Bewusstsein im umfassenden Sinn erscheint momentan ausgeschlossen. Er wäre ein auf den Körper reduziertes Wesen ohne seelische und geistige Elemente, ohne spirituelle Zukunft.

Künstliche Intelligenz kennt keine eigene Ethik

Die KI hat im Gegensatz zum Menschen, der entscheidet, wie er Technik nutzt, keine eigene Ethik oder Moral, keine Gefühle, keine Empathie, kein Bewusstsein. Entscheidend ist zum einen, mit welchem Motiv und mit welchem Ziel die Software programmiert wird. Deshalb gilt: Wie das Bewusstsein, so die Software. Die Ethik der KI ist die Ethik derer, die die Software entwickeln. Solange der Mensch aus seinem Ego heraus denkt und handelt, wird auch die Programmierung von Computern und ihr Einbau in Maschinen-Menschen entsprechend angelegt sein. Denn die selbstlernende Software wird sich alles aneignen und "lernen", was Menschen der Maschine vorgeben und vorleben. Zum anderen ist die Frage, wer die Macht über die Aufgaben und den Einsatz künstlicher Menschen haben wird.

Die Sehnsucht nach dem "Übermenschen"

Die Konstrukteure der KI versuchen durch die Erschaffung eines super-intelligenten Wesens die "Fehler" des Menschen auszugleichen. Sie bleiben jedoch auf der materiellen Ebene stehen, weil sie selbst keinen Zugang zur wirklichen, geistigen Schöpferebene haben. So kann sich die Entwicklung der KI in zwei Richtungen bewegen: Entweder bleiben die Produkte der KI ein Hilfsmittel, ein Werkzeug für den Menschen, zum Beispiel Roboter als Partner des Menschen, oder sie gewinnen ein Eigenleben und übernehmen die Macht über den Menschen und bedrohen die Existenz der Menschheit auf Erden. Die Idee, der Mythos vom künstlichen Menschen ist uralt. Alle Projekte, die der Mensch in dieser Hinsicht bis heute auf den Weg brachte, gleichen dem irdischen Menschen, weil er nicht über sich selbst hinaus denken kann. Seine "Schöpfungen" bleiben im Rahmen dessen, was den gewöhnlichen Menschen kennzeichnet. Er ist sterblich, unvollkommen, ungöttlich. Dennoch hält er sich für die Krone der Schöpfung, er will sein wie Gott. Es ist ein Reflex auf den inneren geistigen Drang nach Selbstverwirklichung.

Der "Übermensch", ein Schöpfer im kosmischen Entwicklungsplan

Der Strom der menschlichen Bemühungen, selbst Schöpfer zu sein, fließt unaufhörlich durch alle Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Davon berichten Mythen. Legenden und Märchen. Alle Kultur ist Ausdruck der Sehnsucht nach dem anderen, dem ewigen Leben. Utopien, Zukunftsforchung, Raumfahrt, Bio-Technilogie, Künstliche Intelligenz sind Symptome für dieselbe Ursache: Die Sehnsucht nach dem Eigentlichen, nach der Essenz, nach dem Prinzip und der Substanz allen Seins - nach Gott. Doch erst wenn der Mensch den inneren geistigen Drang nach Selbstverwirklichung richtig deutet und einsieht, dass er selbst wieder ein ursprünglicher, göttlicher Mensch, ein "Übermensch" werden muss, kann er - nach der Transformation seines gesamten Wesens - als Schöpfer im kosmischen Entwicklungsplan mitwirken.

 

 

 

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