Die Bedeutung der Heiligen Drei Könige

Gold - Weihrauch - Myrrhe

Im Matthäusevangelium wird von 3 Weisen oder Magiern aus dem Morgenland berichtet,  die dem neugeborenen Jesus ihre Gaben darbringen.  Ohne sich von König Herodes vereinnahmen zu lassen, folgen sie dem Stern,  der sie zu ihrem Ziel führt.  Was mag der tiefere Sinn dieser Legende sein?

Die Offenbarung göttlicher Weisheit an die Menschheit folgt universellen Gesetzen und vollzieht sich schrittweise im Einklang mit der geistigen Entwicklung der Menschen. Sie senkt sich zunächst in die höchsten geistigen Schichten ein, anschließend nacheinander in die Bereiche des Denkens, des Fühlens und des Wollens und zuletzt in den Bereich der stofflichen Erscheinungsform. Diese schrittweise Offenbarung der göttlichen Welt vollzieht sich auf der Erde von Osten nach Westen – von der aufgehenden zur untergehenden Sonne. Der Osten symbolisiert dabei die höheren Schichten des Menschen, der Westen die tieferen. Die Magier kamen daher nicht zufällig aus dem Osten, sondern sie waren  die Vertreter vorangegangener göttlicher Impulse, die sich in den östlichen Religionen niedergeschlagen hatten. Sie kamen, um dem neuen göttlichen Impuls – der von Jesus repräsentiert wurde - zu huldigen.  Das bedeutet, sie wollten ihre Erkenntnisse aus dem geistig-seelischen Raum mit dem neuen göttlichen Impuls verbinden. Ihre Gaben waren das „Gold“ ihrer Geist-Erkenntnis, der in dieser Geist-Erkenntnis  erworbene „Weihrauch“ als die Seelenkraft der Liebe – und die in ihr erworbene „Myrrhe“ als die Fähigkeit zu neuem Handeln aus dieser Erkenntnis und  dieser Liebe.

Herodes - das Prinzip der Selbstbehauptung

Bei dieser Verbindung der früheren mit der aktuellen Religion begegneten die Magier auch dem Prinzip der irdischen Welt – der Selbstbehauptung. Herodes verkörpert dabei den politischen Aspekt dieses Prinzips und Jerusalem den religiösen. In ihrem Machtstreben fürchteten die Vertreter der politischen Kaste und die der erstarrten, dogmatischen Gesetzesreligion die lebendige Einstrahlung aus der göttlichen Welt. Die irdischen Machthaber forschen immer und zu allen Zeiten nach jedem Anzeichen, wo sich neues geistiges Leben in ihrem Machtbereich regt, um es schon im Keim zu ersticken.
Die Magier aber erkennen in einem Traum – gemeint ist eine innerseelische Einwirkung aus der göttlichen Welt – welche Gefahr dem neuen Impuls von den irdischen Kräften drohte und entzogen sich ihrem Einfluss.

Die Konsequenz für das Individuum

Was sich in der biblischen Erzählung ereignete, kann auch auf jeden Menschen übertragen werden, der sich auf einen spirituellen Weg begibt. In  jedem von uns kann das Kind Jesus – die Verkörperung eines neuen, lebendigen spirituellen Einflusses -  geboren werden. In jedem von uns treten dann unterstützend die Kräfte der bisherigen religiösen Erfahrungen als Magier aus dem Osten auf, um sich dem neuen Einfluss zur Verfügung zu stellen. Das „Gold“ der Geist-Erkenntnis teilt sich dem neu werdenden Denken mit, der „Weihrauch“ der Seelen-Liebe den neu werdenden Empfindungen, und die „Myrrhe“ der Tatkraft dem neuen Willen. So verfügt dann  das neue, lebendige spirituelle Wesen in diesem Menschen von Anfang an über die geistigen Schätze der Vergangenheit, die als unbestimmte Erinnerungen aus früheren Inkarnationen in ihm wirksam oder als Fähigkeiten in ihm herangewachsen sind. Doch es kann nicht ausbleiben, dass auch in dieser einzelnen Seele alle irdischen Kräfte der Selbstbehauptung auf den Plan treten, weil sie ihre Entmachtung fürchten. Nehmen diese selbstbehauptenden Kräfte überhand, so wird sich das göttliche Prinzip zunächst zurückziehen, um auf eine spätere Gelegenheit zu warten. Im Matthäusevangelium wird dieser Rückzug symbolhaft umschrieben mit der Flucht des neugeborenen Jesus nach Ägypten.

 

 

 

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