Tempeldienst: Vom Tropfen zum Meer – Wege der Selbsterkenntnis

Im tiefsten Wesen des Menschen schlummert eine Erinnerung an einen vollkommenen göttlichen Seinszustand, eine Ahnung von Ewigkeit und Allbewusstheit. Das ist die Ursache, warum er sich in seinem begrenzten sterblichen Persönlichkeitsbewusstsein gefangen fühlt.

Auch der Weg der Erweiterung des Persönlichkeitsbewusstseins führt nicht zu einer Wiedervereinigung mit dem göttlichen Allbewusstsein.

Anhand des bekannten Gleichnisses vom Wassertropfen, der ins Meer gelangt, versucht die Ansprache des Tempeldienstes, einen ganz anderen Weg der Selbsterkenntnis aufzuzeigen.

Die Aufgabe des Wassertropfens liegt nicht darin, ein in sich geschlossenes System aufrecht zu erhalten oder zu perfektionieren, sondern in die Tiefe zu gehen, zum tiefsten Punkt zu fließen, in das Meer, das mit allen Flüssen verbunden ist.

Das Meer der göttlichen Fülle, des unbegrenzten All-Seins, existiert bereits, es muss nicht noch gebildet werden. Wenn der Tropfen an dieser Einheit Anteil erhalten will, muss er sich mit dem Meer vereinigen. Dann geht er im All-Bewussten auf.
Man kann im Ozean den einzelnen Tropfen nicht mehr unterscheiden, es gibt nur noch das ganze Meer.

Trotzdem ist der Tropfen seiner Substanz nach noch existent, er ist nicht vernichtet, er ist aber Teil des Grenzenlosen geworden. Er hat seine begrenzte Existenz, sein isoliertes Ich überwunden.

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