Das Apokryphon des Johannes

Schöpfungsbericht aus Nag Hammadi

Das Apokryphon des Johannes ist ein uralter Schöpfungsbericht, der 1945 in Nag Hammadi gefunden wurde. Er löst das Dogma zur Erschaffung der Welt und des Menschen und vor allem des Sündenfalls auf und stellt die Schöpfung sozusagen vom Kopf auf die Füße.

Es wird von der Weisheit berichtet, die in Eigenwilligkeit einen unvollkommen Menschen schafft. Um diesen “Fehler” der Sophia aufzulösen wird in ihn ein Funke des göttlichen Geistes gepflanzt, damit er durch Erfahrung reife und sich aus dem Zustand der Begrenztheit, Unvollkommenheit und Sterblichkeit durch Einsicht wieder ins Göttliche erheben kann, in einem Prozess der Reifung und Vervollkommnung.

Um es mit dem Bild des Paradieses zu beschreiben: um diesen Weg zu gehen, muss er vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen essen.

Es ist also keine Rede von einem Sündenfall, sondern von einem Prozess der Erkenntnis und der Reifung. Dies alles setzt einen mündigen Menschen voraus, der bereit ist, Verantwortung für seine eigene Entwicklung und die der Welt bewusst zu übernehmen.

Die Kosmologie des Johannes-Apokryphons beginnt lange vor der Genesis der heutigen Bibel und stellt einiges daraus Bekannte auf den Kopf. Daher ist Toleranz gegenüber unterschiedlichen Religionsauffassungen eine Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Veranstaltung.

An den sieben Abenden wird das Apokryphon des Johannes behandelt in der überarbeiteten Fassung von K. Dietzfelbinger, sowie seinem Kommentar zum Text. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gespräch in der Runde.

Aus dem Inhalt der Abende:

Der Eine Gott, Christus und das göttliche All

Die Sophia und ihre unheilige Schöpfung

Die Erschaffung des Menschen

Das Gefängnis der Materie, die Trennung der Geschlechter und der Tod

Befreiung oder Reinkarnation und die Entstehung des Schicksals

Sintflut – die Arche als geistiger Ort

Der erste Gedanke des reinen Lichts kommt in die Finsternis

Termine

Koblenz