Der Ruf der göttlichen Liebe in der „Unterhaltungs-Musik“ (Bob Dylan und andere)

Liebeslieder sind besonders dafür prädestiniert, auf unterschiedlichen Ebenen verstanden zu werden – von erotischen Bezügen über die Sehnsucht nach einem Gefährten bis hin zu seelisch-geistigen Prozessen, die sich der irdischen Liebe nur als Bild bedienen.

An diesem Abend untersuchen wir anhand einiger Beispiele aus der Rock- und Popmusik, wie die oft besungene Liebe auf einer höheren, geistig-spirituellen Ebene verstanden werden kann.

"The First Cut is the Deepest" von Cat Stevens (1967) erfreut sich nicht zuletzt dank zahlreicher Coverversionen großer Beliebtheit. Es wurde auch in den Versionen von Sheryl Crow (2003), Rod Stewart (1977) und P. P. Arnold (1967) zum Hit. Viele finden sich in dem darin beschriebenen Lebensgefühl wieder: Nach einer Enttäuschung fällt es schwer, sich erneut und ohne Vorbehalte auf die Liebe einzulassen. Es liegt nicht am neuen Partner, sondern an alten Wunden. Wie lässt sich der „First Cut“, die schmerzlichste erste Trennung, spirituell deuten?

Bob Dylan, Träger des Literaturnobelpreises 2016, fragt: "Is your love in vain?" Meinst Du es ernst mit Deiner Liebe? Für diese aus menschlicher Sicht allzu verständliche, bange Frage eröffnen sich andere Perspektiven, wenn man sie auf den göttlichen Urkern in sich selbst bezieht. Dieser geistige Funke ist auf die Hingabe der Persönlichkeit angewiesen. Welche Konsequenzen ergeben sich für das eigene Leben, wenn man auf die zarten Impulse aus dem Inneren hört und sich ihrer Führung anvertraut?

In "Love Minus Zero" abstrahiert Dylan sehr deutlich von den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Liebe und verweist auf eine höhere Ebene, auf der die Liebe grenzenlos ist: Alles einschließend und nichts ausschließend („No Limit“).

Simon & Garfunkel griffen das traditionelle englische Volkslied "Scarborough Fair" auf, das scheinbar auf eine tragische, unerfüllbare Liebe verweist. Mit Hilfe eines manichäischen Gedichtes aus dem 3. Jahrhundert, dessen Grundgedanken auch in der Bibel zu finden sind, eröffnet sich eine spirituelle Sichtweise. Sie erlöst den Song von seiner Tragik und deutet einen konkreten Befreiungsweg an.

Gerne gehen wir auf Musikbeispiele unserer Besucher ein. Wir freuen uns auf spannenden Austausch!

 

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