07. Welches sind die Eckpfeiler der Lehre der Schule des Rosenkreuzes?

Aus der Sicht des Rosenkreuzes gibt es neben unserer materiellen Welt noch eine höhere Welt, die Welt des vollkommenen Lebens. Deshalb sprechen die Rosenkreuzer von zwei Naturordnungen. Unsere sterbliche Welt besteht aus dem uns bekannten Diesseits sowie aus dem Jenseits, dem Aufenthaltsort der Toten. Dem steht die göttliche Welt des vollkommenen und ewigen Lebens als ein Feld höherer Existenz gegenüber, in dem die Menschheit vor ihrem Versinken in die Materie einmal zu Hause war. Die göttliche Naturordnung befindet sich nicht auf einem anderen Planeten, sondern ist im gleichen Raum wie Diesseits und Jenseits der sterblichen Natur anwesend, jedoch auf einer anderen Schwingungsebene.

Der Mensch ist aus der rosenkreuzerischen Sicht ein zweifaches Wesen. Der sterbliche Mensch entstammt der materiellen Welt. Er trägt jedoch einen unsterblichen Geistfunken in sich, die "Rose des Herzens", die aus der höheren Natur stammt. In diesem Geistfunken sind die Idee und die Struktur des ursprünglichen, vollkommenen Menschseins keimhaft enthalten. Das Feld um diesen geistigen Mittelpunkt herum, das auch den materiellen Menschen umgibt, nennen die Rosenkreuzer "Mikrokosmos".

Es ist die Aufgabe des Menschen, aus dem Geistfunken die ursprüngliche Seele wieder zu erwecken und den verlorenen Kontakt der Seele mit der geistigen Ansicht des Menschen wiederherzustellen. Das geschieht mit Hilfe der allgegenwärtigen Christuskraft. Die Bibel nennt diesen Prozess "Wiedergeburt aus Wasser und Geist" (Joh. 3,5). Die Rosenkreuzer sprechen von einer Verwandlung, der "Transfiguration", und deuten die Verschmelzung der ursprünglichen Seele mit dem Geist als "alchymische Hochzeit" an. Auf diesem christlichen Einweihungsweg erhält der Mensch wieder existenziell Anteil an der Natur des vollkommenen Lebens.

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