Liebe -

vom menschlichen Gefühl zum göttlichen Sein

Es gibt keinen Menschen, der sich nicht im tiefsten Wesen nach Liebe sehnt. Viele Wege werden beschritten, um sie zu erleben. Und die Sehnsucht nach ihr treibt die Menschen voran bis sie erkennen, dass Liebe eine göttliche Kraft ist, die in ihrem eigenen Wesen verborgen liegt.

Jeder Mensch, der einmal über die Liebe nachgedacht hat, wird feststellen, dass sie wie ein Kristall ist, der viele Seiten hat, in denen sich ihr Licht widerspiegeln kann. Daher zeigt sie sich in unzähligen Fassetten im menschlichen Leben. Aber allen Fassetten ist gemeinsam, dass sie dem Wandel unterworfen sind. Doch es gibt eine  unwandelbare Liebe, die im Menschen noch verborgen ist und die auf ihre Offenbarung wartet.

Verliebtsein ist wunderbar

Sich zu verlieben empfinden wir als etwas sehr Besonderes. Wir fühlen uns freudig und leicht, wie in einem neuen, strahlenden Leben. Dieses Gefühl erfasst unser ganzes Wesen und lässt uns ahnen, dass es damit etwas Wundersames auf sich hat, nämlich, dass wir über das Gewohnte erhoben werden. Wir spüren uns intensiv und fühlen uns sehr lebendig. Unser Leben gewinnt an Bedeutung. Verliebt sein beschwingt; wir erfahren es wie ein Mitschwingen in einer höheren Oktave des Lebens.

Die menschliche Liebe wandelt sich

Doch im Alltag merken wir, dass dieser Zustand nicht dauerhaft ist, dass wir ihn nicht festhalten können. Ja, dass Liebe sich wandelt und manchmal sogar zu Hass wird. Woran liegt das?

Wenn wir uns einmal ehrlich und offen betrachten, erkennen wir, dass unsere Liebe an Bedingungen geknüpft ist. Wir erwarten vom Anderen, dass er uns „gut tut“, dass er uns glücklich macht. Das ist sehr verständlich. Doch unsere Vorstellungen machen den Partner zu unserer „Projektionsfläche“. Er kann unser Sehnen nie ganz und vor allem nicht dauerhaft erfüllen. Der Andere ist eben anders als unsere Vorstellungen und Erwartungen.
Hier zeigt sich, dass Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, die offen oder versteckt Nebenabsichten hat, unvollkommen ist. Eine solche Liebe polarisiert, schwächt sich ab, kann sich ins Gegenteil verkehren und ist entgegen aller Bemühungen doch dem Wandel unterworfen.

Liebe ist eine Urkraft

Die vollkommene Liebe ist aber bedingungslos. Sie ist kein Gefühl, sondern ein allgegenwärtiger Zustand. Diese Liebe ist nicht wandelbar und richtet sich unveränderlich an alle Wesen. Sie ist die Urkraft des Universums, die Schöpfungskraft Gottes, ja, sie IST Gott. Darum ist sie die Mutter aller Tugenden: Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit. Sie erfüllt und trägt das All. Sie ist reine Strahlung. Diese Strahlung sucht das Herz des Menschen. Sie korrespondiert mit dem göttlichen Kern, dem Geistfunken, der in der Tiefe unseres Wesens, in unserem Herzen, verborgen liegt. Die Liebe, die aus diesem göttlichen Kern strahlt, ist Ausdruck eines Seinszustandes,  zu dem wir alle berufen sind. Sie ist die Antwort auf unsere Sehnsucht nach Vollkommenheit. Alles beginnt damit, dass ein Mensch voll Verlangen und aus tiefstem Herzen nach ihr fragt und sucht, denn  diese Liebesstrahlung heilt uns, ja, sie heiligt uns zum wahren Menschsein.

Aus der Liebe leben

Diese Liebe nimmt nichts; sie gibt. Sie erweckt und rettet unser wahres Wesen. Sie transzendiert den Persönlichkeitsmenschen zu einer bewussten, wissenden Teilnahme am Wesen der Schöpfung und der Geschöpfe. Sie ist die Brücke zum Allbewusstsein und damit auch zu jedem anderen Menschen.

Diese Liebe liegt in unserem Wesen noch verborgen, aber ihre Offenbarung ist möglich. In einem Prozess ehrlicher Selbsterkenntnis kann uns der eigene menschliche Zustand bewusst werden als Voraussetzung für das Erwachen des göttlichen Kernes. Dann kann sich das Licht der Liebe aus dem göttlichen Offenbarungsfeld in uns einsenken, uns erneuern und durch uns wirksam werden.

Es ist die große Aufgabe des Menschen unserer Zeit - aus dieser einen Liebe zu leben und zu SEIN.   

 

 

 

 

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