Lectorium Rosicrucianum auf Wikipedia

Kritik an den Rosenkreuzern

Das Lectorium Rosicrucianum wird auf Wikipedia stark kritisiert. Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, nehmen wir als Rosenkreuzer hier zu einigen Punkten Stellung, die in der Online-Enzyklopädie notiert sind.

Unser Name

In Deutschland heißt das Lectorium Rosicrucianum Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes. Da wir weltweit aktiv sind, verwendet unsere Organisation auch den lateinischen Namen Lectorium Rosicrucianum. In Deutschland gibt es etwa 3000 Mitglieder. Wir sind eine spirituelle Gemeinschaft, die einen inneren Weg des esoterischen Christentums geht. Grundlagen dafür sind nicht nur die Bibel, sondern auch gnostische Evangelien und Weisheitslehren anderer Kulturen.

Unser Ziel

Das Ziel des Lectorium Rosicrucianum ist die Verwirklichung des urchristlichen Einweihungsweges. Demnach existiert neben unserer materiellen Welt mit dem Diesseits (in dem wir leben) und dem Jenseits (dem Aufenthaltsort der Toten), noch eine höhere Welt, in der der Geist Zuhause ist. Auch der Mensch ist aus Rosenkreuzer-Sicht ein zweifaches Wesen. Der sterbliche Mensch entstammt dem Diesseits und vergeht im Jenseits. In seinem Herzen liegt aber ein unsterblicher, göttlicher Urkern verborgen, den wir als „Rose des Herzens“ bezeichnen. Dieser Urkern entstammt der Welt des Geistes. Er ist das Kraftzentrum der Seele und verursacht eine Sehnsucht, denn die Seele strebt zurück in die Welt des Geistes. Der Mensch, der sein Herz für den Geist Gottes öffnet, erhält nach und nach Anteil daran.

Unser Weg

Der Einweihungsweg des Rosenkreuzes führt von der Selbsterkenntnis zur inneren Verwandlung des Menschen (Transfiguration). Dabei stellt sich der Weg, den die Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum gehen, im Leben für jeden Menschen anders dar. Kurz zusammen gefasst kann man ihn beschreiben mit: Sein Herz öffnen für den Geist Gottes. Ziel ist die Verbindung des göttlichen Urkerns im Menschen mit dem Geist. Okkulte Praktiken waren niemals und sind auch kein Teil des Weges der Rosenkreuzer. Yoga kann beispielsweise als Konzentrations- oder Entspannungsübung gute Dienste leisten; auf dem Weg, den das Rosenkreuz weist, bringt es den Menschen aber nicht weiter.

Vorwurf des Spiritismus

Der Weg der Rosenkreuzer ist ein vollkommen nüchterner. Er wird im praktischen täglichen Leben begangen und ist jedem Menschen möglich. Mystische Verklärungen und Personenkult lehnen wir ab. Da die Verbindung mit dem göttlichen Geist ein subtiles und mit Worten kaum zugängliches Thema ist, wird häufig auf Bilder zurückgegriffen. Diese Bilder sollen dazu dienen etwas zu erläutern, was schwer zu erfassen ist. So wird beispielsweise die Bibel nicht als Buch aufgefasst, in dem vergangene Ereignisse aufgezeichnet wurden, sondern für die Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum ist sie vielmehr eine symbolische, hoch komplexe Darstellung eines spirituellen Weges. So ist Jesus für die Rosenkreuzer der Prototyp des vom Geist durchdrungenen Menschen – der weniger als historische Figur Bedeutung hat, sondern vielmehr als Mensch, der das innere Christentum in sich verwirklicht hat. Die Bibel und insbesondere das Neue Testament sind das geistige Fundament der Rosenkreuzer – und dienen den Mitgliedern des Lectorium als Wegweiser auf ihrem Pfad.

Unser Verständnis von Reinkarnation

Zur Philosophie des Lectorium Rosicrucianum gehört die Lehre der Reinkarnation. Für die Rosenkreuzer ist es jedoch nicht der irdische Mensch, der wieder in die Welt inkarniert, sondern das im sterblichen Menschen verborgene göttliche Wesen und seine unsterbliche geistige Struktur. Das ist das Lebenssystem, das den Menschen quasi umhüllt und eine Entwicklung über die physische Existenz hinaus möglich macht. Das Lectorium nennt diese Struktur Mikrokosmos. Darin sammeln sich im Laufe zahlloser Inkarnationen Kenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse an. Sie sind sozusagen die Mitgift für den Menschen, der in das System, in den Mikrokosmos „einzieht“ und ihn bei der nächsten Inkarnation eine Zeit lang bewohnt. Der Mensch, der sein Herzen für den Geist öffnet, kann seinen Weg in die göttliche, ursprüngliche Welt finden. Dann erhält der Mikrokosmos Anteil an einem Lebensfeld, das ewig ist.

Bruderschaft, Shamballa und der Vorwurf der elitären Lehre

Das Lectorium Rosicrucianum sieht sich in der Folge vieler Gruppen, die den Weg des gnostischen Christentums gingen. Das Lectorium bezeichnet sie als Bruderschaften, weil sie sich ihnen sehr verbunden fühlt. So gab es eine Bruderschaft, die vor den Mitgliedern des Lectorium diesen Weg beschritten hat, und es wird davon ausgegangen, dass es auch danach welche geben wird. Wie eine Perlenkette in der Weltgeschichte kann man diese Bruderschaften betrachten, die als Gemeinschaft einen Einweihungsweg gingen, um das Göttliche in sich frei zu machen. Auch wird im Lectorium davon ausgegangen, dass es aktuell andere Gruppen auf der Welt gibt, die ebenfalls diesen Weg der Verbindung mit dem Geist verwirklichen. Shamballa ist ein Name, der immer wieder bei den Rosenkreuzern auftaucht. Er ist ein Begriff, der die Gemeinschaft der unsterblichen Seelen beschreibt.

Vorwurf der Weltflucht und des Ablehnens des Humanismus

Die Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum stellen ihre spirituelle Entwicklung nach und nach an die erste Stelle ihres Lebens. Sie streben nach einer Haltung in ihrem Leben, die nicht mehr durch die egozentrische Persönlichkeit, sondern durch die Seele und den Geist geleitet wird. Die Überwindung der so genannten „Ichzentralität“ (Endura) auf dem Weg zu einem höheren Bewusstsein ist deshalb auch ein wesentlicher Inhalt des Weges. Wer sich entscheidet, diesen Einweihungsweg zu gehen, verbindet sich mit einer großen Aufgabe, die Aufmerksamkeit, Hingabe und Liebe erfordert. Dabei ist es dem Lectorium aber unverzichtbar, dass die Mitglieder ihre sozialen, familiären und sonstigen Pflichten nicht vernachlässigen, sondern ein Teil unserer Gesellschaft sind und bleiben. Selbstverständlich engagieren sich Mitglieder des Lectorium je nach individueller Vorliebe auch auf humanitäre, politische oder andere Weise in der Gesellschaft und informieren sich über die Medien (Fernsehen, Zeitungen, Internet) – mit dem Unterschied, dass sie in diesen Aktivitäten nicht das Heil für sich und die Welt erwarten.

Verzicht auf Fleisch, Alkohol und der Vorwurf des Zölibats

Wer sich entscheidet, den Weg in der Schule des Goldenen Rosenkreuzes ernsthaft zu gehen, wird an einem bestimmten Punkt Konsequenzen ziehen. Diesen Zeitpunkt bestimmt derjenige selbst. Dazu gehört auch die vegetarische Lebensweise, der Verzicht auf Alkohol und Drogen. Der Verzicht im Bereich der Sexualität  gehört nicht dazu. Allerdings wird davon ausgegangen, dass jemand, der den Weg des Rosenkreuzes geht, auch in dieser Hinsicht keinen ausschweifenden Lebenswandel führt. Die Beurteilung dessen liegt in seinem eigenen Ermessen. Eine vegetarische Lebensweise, der Verzicht auf Alkohol und Drogen tragen dazu bei, den Körper “rein” zu halten, damit sich im Inneren des Menschen eine neue Seele entwickelt, die sich mit dem göttlichen Geist verbinden kann. “Rein” ist in dem Sinne gemeint, dass die Abhängigkeiten an die Welt soweit gelöst werden, dass im Menschen Platz für das Göttliche frei wird.

Hierbei geht es um einen individuellen, inneren Entwicklungsweg, auf dem jeder Schritt seinen Ort und seine Zeit hat. Wenn jemand versucht, sich durch erzwungenen Verzicht zu “reinigen” oder sich durch zwanghafte Religiösität dem geistigen Licht zu öffnen, dann wird er früher oder später feststellen, dass sich in ihm und seinem Verhältnis zur Welt nichts geändert hat. Wenn jemand diesen Weg ohne Zwang aus einer inneren Selbstverständlichkeit geht, dann ergeben sich die äußeren und inneren Konsequenzen von selbst. Dabei geht es um die Sehnsucht nach einem anderen Leben, das sich nicht aus den Kräften und Bindungen dieser Welt speist, sondern das seine Basis in einer universellen, göttlichen Kraft hat. 

Vorwurf der Gruppengleichschaltung

Die Mitglieder des Lectorium treffen sich zu Tempeldiensten und in größerer Zahl an Wochenenden. Die Zusammenkünfte werden Konferenzen genannt. Besinnung, Einkehr und Konzentration auf den spirituellen Weg stehen dort im Mittelpunkt. In dem Maß, in dem sich ein Mensch für das Licht öffnet, erkennt er Schritt für Schritt seinen individuellen Weg, der ihn zu der oben beschriebenen Verbindung mit dem Geist führt. Obwohl dieser Weg für jeden anders ist, wird er in einer Gruppe Gleichgesinnter gegangen. Durch die Gemeinschaft entsteht ein größeres spirituelles Kraftfeld als es durch einen Einzelnen möglich ist. Es stärkt jeden, der sich ihm öffnet, und lässt ihn den nächsten individuellen Schritt auf seinem Weg erkennen.

Austritt

Die Mitgliedschaft im Lectorium Rosicrucianum ist völlig freiwillig. Ab dem 18. Lebensjahr kann man ins Lectorium eintreten. Auf dem Weg des Rosenkreuzes ist die Selbsterkenntnis und Selbstautorität entscheidend. Das Glaubensvertrauen als notwendige Basis des Weges bezieht sich nicht auf eine Person, sondern es bezieht sich auf die atmosphärische Christuskraft, die bei den Zusammenkünften des Lectorium wirksam ist. Eine persönliche Abhängigkeit wäre hierbei nur ein Hindernis. Es gibt in der Schule des Rosenkreuzes keinen Meister oder Guru. Ein Austritt aus der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes Lectorium ist jederzeit möglich. Er bedarf nur einer formlosen schriftlichen Erklärung, der sofort entsprochen wird. In der Geschichte der Schule sind viele Mitglieder auch wieder ausgetreten. Von Seiten des Lectorium wird kein Versuch unternommen, jemanden davon abzuhalten, die Gemeinschaft wieder zu verlassen.

Vorwurf der Intoleranz gegenüber anderen religiösen Gemeinschaften

Die Stiftung Rosenkreuz, die dem Lectorium Rosicrucianum nahe steht, organisiert Vorträge und Symposien mit anderen Organisationen, die sich der Verbreitung des gnostischen und hermetischen Gedankengutes widmen.

Andeutung einer Verbindung zu Selbstmord-Sekten

Auf Wikipedia wird das Lectorium Rosicrucianum mit Sekten, die ihre Mitglieder zum Selbstmord aufrufen, in Verbindung gebracht. Diese Darstellung ist falsch. Das Lectorium hat mit solchen Organisationen keinerlei Verbindungen. Der Weg der Rosenkreuzer ist ein Weg, der nur durch ein aktives und erfülltes Leben gegangen werden kann.

Geschichte und Gründung

Zwar gehen die Anfänge des Lectorium Rosicrucianum auf das Jahr 1924 zurück, doch ist die universelle Lehre, welche die Basis des Lectorium bildet, viel älter. Sie wurde den Menschen in dem Gewand der jeweiligen Zeit nahe gebracht. Gruppierungen wie die Katharer des 12. und 13. Jahrhunderts oder die klassischen Rosenkreuzer des 17. Jahrhundert um Johann Valentin Andreä haben versucht, den Menschen das innere Christentum nahe zu bringen – wie heute das Lectorium. Gegründet wurde die Organisation in den Niederlanden von den Brüdern Zwier Willem und Jan Leene, dessen Ansprachen unter dem Namen Jan van Rjickenborgh veröffentlicht sind. Die Brüder Leene waren zunächst Mitglieder des Rosicrucian Fellowship. Nach dem Tod von Zwier Leene leiteten Jan van Rjickenborgh und Catharose de Petri die Organisation. Nach dem Tod des Gründers Ende der 1960er Jahre gab es eine Auseinandersetzung darüber, wie die Organisation weiter geführt werden soll. Catharose de Petri setzte die mit dem Gründer geschlossene Vereinbarung schließlich durch, der Sohn Jan Leenes verließ das Lectorium und gründete eine eigene Organisation. Seit dem Tod de Petris im Jahr 1990 wird die Leitung der Schule von einem internationalen Gremium übernommen, deren Mitglieder wechseln. In Deutschland wurde das Lectorium 1955 gegründet. Es hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins, der sich ausschließlich durch monatliche Mitgliederbeiträge (8 bis 16 Euro) und Spenden finanziert. Für die Wochenendkonferenzen werden 80 Euro inklusive Verpflegung und Unterkunft für zwei Tage berechnet.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen helfen, sich selbst ein Bild von uns zu machen. Wenn Sie Fragen haben oder persönlich Kontakt aufnehmen möchten, wenden Sie sich gerne an uns: redaktion@rosenkreuz.de

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