Hölderlin-Projekt Vertiefung und Verwandlung

Die zwölf Impulse der Friedensfeier

Die Friedensfeier wird zu einer Hochzeit – hoch über der Zeit. Ewiges und Vergängliches fließen in erhabenen Momenten zusammen.  Lassen wir uns ergreifen von dem Zauber der Friedensfeier. Empfindungen werden möglich, die wir so noch nicht hatten oder nur selten. Wir können Raum schaffen für neue Klänge. Sie stammen aus unserem eigenen Innersten. Klänge der Seele. Unser Bewusstsein erhebt sich in ihnen. Neue Einsichten entstehen.

Herzlich willkommen zum Hölderlin-Projekt Vertiefung und Verwandlung.
Die zwölf Impulse der Friedensfeier.

Das Projekt dient einem inneren Erleben, nicht einer wissenschaftlichen Bemühung. Es besteht aus zwölf sehr kurzen Podcasts. Für jede Strophe des Gedichtes einen. Die Texte dazu kann man sich herunterladen. Es sind zwölf Impulse zur Vertiefung. Wir empfehlen, sie den ganzen Tag über im Hintergrund mitklingen zu lassen, bei allem, was man tut.

Es beginnt morgens, am Tag vor Ostern, ab acht Uhr.
Bereits am Karfreitag vor Ostern ist auf dem

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eine kleine Einführung zu hören. Schon jetzt gibt es dort einen kleinen Filmspot, der zu dem Projekt einlädt.

An zwölf Tagen geben wir kurze Impulse. Das Echo ist bei jedem anders. Es geht nicht darum, Hölderlin gültig zu interpretieren, es geht darum, etwas von sich selbst zu erleben und zu verstehen, was in uns gültig sein könnte.    
Zu Beginn eines jeden Podcasts spielt Katrin Mainz einige Takte aus Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen. Eine Musik, die auch eine Friedensfeier ist. Carsten Mainz spricht dann die jeweilige Strophe. Dann folgen einige Hinweise zum Verständnis. Sie zeigen die Richtung, in die wir gehen können. Dann wird die Strophe noch einmal gesprochen.
Wir laden euch ein zur Friedensfeier.

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Hölderlin hatte einen Vorspann zu dem Gedicht verfasst und sich gleichsam entschuldigt. Er schrieb: „Ich kann nicht anders.“ Und dann sagt er: „An einem schönen Tage lässt sich ja fast jede Sangart hören, und die Natur, wovon es her ist, nimmts auch wieder.“

Das klingt so geheimnisvoll wie das ganze Gedicht. Es ist ein Hymnus, ein Gesang. Er möchte dorthin wieder zurückkehren, wo er herkommt. Der Mensch soll einstimmen in die große Sinfonie und der Natur zurückgeben, was von ihr kommt, nun aber als Impuls des Menschlichen. Der Hymnus hat einen magischen Zauber. Wie kann man ihn aufnehmen? Was hat er mit mir zu tun? Wovon redet der Dichter überhaupt?

Hölderlin wusste, dass die Zeit noch nicht reif war für die Botschaft dieses Gedichts. Vielleicht ist es heute bei vielen anders. Die Sichtweise der Naturwissenschaften hat die Welt erobert. Zahllose Menschen gehen davon aus, dass der Mensch aus einem Spiel von Materieteilchen entstanden ist, das er sozusagen ein Zufallsprodukt ist in einer langen Evolution. Damit sind wir in ein flaches Land geraten und haben den Sinn des Lebens in seiner Tiefe und Höhe verloren.

Aber es ist möglich, ihn wieder zu finden, gültig und überwältigend. Der Berg, der wir sind, kann bestiegen werden. Wer sich darum in seinem Leben bemüht, wer sich auf eine Wanderung zu sich macht, wer einige Schritte getan hat bei dieser Bergbesteigung, der kann in die Nähe zu der Sangart gelangen, die Hölderlin erklingen lässt. Es sind Töne, die gleichsam sagen: Habt Mut, ihr könnt euch selbst gewinnen. Es ist ein großes und lohnendes Projekt.

Das Gedicht wirft gleichsam Seile aus, zeigt die Richtung auf, in der man weiter gehen kann.   
Wir sprechen in diesem Projekt von einem persönlichen Berührtsein, von Schritten auf einem persönlichen Weg. Man muss den Berg wohl schon ein bisschen hoch gegangen sein, um die zwölf Seile ergreifen zu können, die das Gedicht auswirft, eins nach dem anderen. 

Man kann auch von drei großen Etappen dieser Bergbesteigung sprechen:
Die erste besteht darin, dass wir in eine neue Beziehung zu uns selbst kommen. Das ist bereits ein völlig neues Terrain. Geheimnisvoll, fast unbegreiflich. Denn es tritt etwas ins Bewusstsein, vor dem gleichsam wir in die Knie gehen. Was in uns ruht, was noch unentwickelt ist, ist viel mehr, ist viel größer, als wir es in unseren kühnsten Träume ahnen.  
Das Gedicht lässt etwas davon anklingen.

Und die zweite Etappe beginnt, wenn wir merken: Das, was in mir aufsteigt, das ist ja überall. Überall kann ich etwas von dieser Kraft erfahren, von diesem Geist, aus dem das Leben strömt, der alle Formen des Lebens trägt. Wenn das in mein Bewusstsein steigt, wird alles anders: meine Beziehung zu anderen Menschen, zu allem Leben in der Natur. Und sogar der Kosmos erweist sich als lebendig.

Die dritte Etappe ist die Konsequenz der zweiten. Wir werden verwandelt, die neuen Bewusstseinskräfte verwandeln mich und ich wirke daran mit. Ich lasse mich ergreifen von dem, dem sich mir nähert, der mir die Hand reicht. Ich prüfe, was stattfindet, und gebe mich dann dem Geschehen hin. Ich gewinne Vertrauen zu der Handreichung. Etwas Großes wird mir zu einem inneren Gefährten. Ja, letztendlich entsteht eine Liebesbeziehung: dieses Andere in mir ist mein Gegenüber, mit dem ich mich in guten Momenten vereine.

 

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