Die Sehnsucht, nach Hause zu kommen

Exotische Länder, andere Kontinente, zum Mond fliegen: Die Sehnsucht, andere Welten zu entdecken, ist so alt wie die Menschheit selbst. Sie weist auf die Erinnerung an ein Zuhause hin, das seit langer Zeit vergessen wurde.

Vor ungefähr 100 Jahren sagte der Schriftsteller Jules Verne voraus, dass mit Ausgang des 20.Jahrhunderts der Mensch imstande sei, auf dem Mond zu landen. Heute ist der Mond längst entdeckt und erforscht. Die ersten Mondflüge und -begehungen waren noch außerordentlich spektakulär.

Eine andere Sicht auf die Erde

Was bedeutete das für die Menschen, die sich ins Weltall katapultieren ließen? Was bedeutete dieses Unternehmen für die Menschen, die es von der Erde aus verfolgten? Und was bedeutet es heute für uns in einer Zeit, in der wir Mondflüge chartern könnten? Ist es nur ein Abenteuer? Haben die Astronauten der Menschheit noch etwas anderes mitgebracht außer Gesteinsproben? Vielleicht neue Erkenntnisse über das Leben, das Weltall, über Gott?

Einige der Astronauten äußerten ihre Erfahrungen in einem Radio-Interview mit dem Titel „Hallo Erde, hier spricht der Mond“: „Wer einmal auf die Erde geschaut hat tief aus dem Weltraum, wird sehr nachdenklich, und keiner ist vom Mond so zurück gekommen, wie er von der Erde weggegangen ist. Bei einigen von ihnen hat sich dadurch viel verändert, bei anderen weniger. Aber anders als vorher sieht wohl jeder die Dinge hier auf der Erde.“

Der Wunsch, Grenzen zu überwinden

Erst mit dem notwendigen Abstand zu der Erde, zum Irdischen, entstanden für die Astronauten neue, ganz andere Fragen. Sie hatten eine Grenze überschritten, waren aus ihrer alten Welt herausgetreten und in eine für sie neue Welt eingetreten. Diese völlig neue Erfahrung war mit nichts zu vergleichen, was sie bisher erlebt hatten.

Der Wunsch, Grenzen zu überschreiten, irdischen Begrenzungen und Bindungen zu entfliehen, neue Welten zu entdecken ist ein tiefer Wunsch, der mehr oder weniger bewusst in jedem Menschen vorhanden ist. Es ist der Wunsch nach absoluter Freiheit, und ein Stück weit gelingt es, durch Grenzüberschreitungen, außergewöhnliche Abenteuer und Wagnisse dem Alltag zu entkommen, alles Gewohnte, Übliche, die Sorgen und Freuden hinter sich zu lassen. Doch wird dadurch wirkliche Befreiung erfahrbar?

Zum Mond geflogen - und die Erde entdeckt

Die Erfahrung der Mondflüge, das Verlassen der Erde, das Eintauchen in eine völlig andere Atmosphäre haben den Astronauten großen Respekt vor der gesamten Schöpfung eingeflößt. Als Kind dieser Erde wird unsere Persönlichkeit vollkommen von ihren Gesetzmäßigkeiten und planetaren Bedingungen beherrscht. Die Schwerkraft-Wirkungen unseres Planeten kontrollieren nicht nur den physischen Körper, sondern auch Gedanken und Gefühle. Wenn der Mensch sich dieser Wirkung wie ein Astronaut entziehen könnte, würde er im Weltall mit ganz anderen atmosphärischen Schwerkraftgebieten in Berührung kommen.

Diese äußerste Grenze gilt für jeden sterblichen Menschen, dessen Herz mit dem Herzen der Erde verbunden ist. Und kein einziger Mensch kann sich aus der Umschließung dieser gewaltigen elektromagnetischen Kugel befreien. So können wir uns ebenso wie die Astronauten als Crew des „Raumschiffs Erde“ sehen: Wir sind an dieses Raumschiff gebunden, darauf angewiesen, arbeiten mit seiner Ausstattung, den Instrumenten und Möglichkeiten, um uns durch das All zu bewegen, zu entwickeln, fortzubewegen, damit loszufliegen!

Die Sehnsucht, die weiter drängt

Und dennoch: Der Wunsch, die Begrenzungen dieses Raumschiffs, die Grenzen dieser Erde und die Bindung an sie zu durchbrechen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Denn in jedem Menschen gibt es eine tiefe Sehnsucht, die ihn weitertreibt und immer neue Welten suchen und entdecken lässt. Es ist die Erinnerung, die in unserem Herzen lebt und uns zur Freiheit drängt, zu einer anderen, ungeahnten Dimension. Aber weiß der Mensch, dass das, was er sucht, nicht in höchsten Höhen, tiefsten Tiefen, weit oben im Weltall oder im Erdinneren zu finden ist?

Das, was wir alle suchen, ist ein mächtiges Lebensgeheimnis, ein mit unserem Herzen verbundenes Mysterium. Und „Es“ ist uns „näher als Hände und Füße“, wie es in der Bibel heißt. Es ist die Rose des Herzens, das Uratom oder Geistfunkenatom, das tief in unserem Herzen ruft und uns drängt, wieder nach unserer eigentlichen Bestimmung als Mensch zu suchen und uns an unser ursprüngliches Zuhause zu erinnern.

Die verborgene Welt im Innern des Menschen

Darin liegt das Geheimnis der Überwindung der Schwerkraft verborgen. Unser Sonnensystem, mit der Erde und allen Planeten darin, und die heilige Erde, das „Vaterland“, sind in unserem Wesen beschlossen. Darum heißt es in der Bibel: „Das Reich Gottes ist in Euch.“ Um dieses zu entdecken, ist es nicht erforderlich, erst zum Mond zu fliegen, um die Perspektive zu verändern. Nein, wir müssen unseren Blick auf das Innerste unseres Herzen richten.

Das ist sicher das größte Wagnis und die größte Herausforderung im Leben eines Menschen: die Reise zurück ins Göttliche Universum zu beginnen, um unsere eigene Daseinsgrenze wirklich zu überschreiten. Dann erwachen wir aus diesem Erdentraum in einer neuen Realität von absoluter Freiheit und grenzenloser Liebe.

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