Selbstverwirklichung wird häufig als Ich-Verwirklichung verstanden. Auf einem spirituellen Weg geht es jedoch um die Verwirklichung des wahren Selbstes. Das Aufgeben der Ich-Strukturen ist notwendig, um dem wahren Selbst, dessen Zentrum im Herzen liegt, Raum zu geben.
Der Mensch sucht sein Ich zu ergründen und sein Leben nach dessen Leitmotiven - also authentisch - zu gestalten. Wenn in ihm jedoch ein spirituelles Drängen erwacht und er infolgedessen nach dem Quell dieses Drängens sucht, erlebt er sein Ich in dieser Frage häufig als unzureichend und hilflos.
Er ahnt: Dieser Quell liegt tiefer, ist umfassender als sein Ich. Er lernt, das „Ich“ und das „Selbst“ als zwei unterschiedliche Beseelungen voneinander zu unterscheiden. „Authentisch leben“ bedeutet für ihn dann eine fundamentale Veränderung seiner ganzen Lebensausrichtung.
Er lernt: Je größer die Bereitschaft ist, sich diesem Quell dienend unterzuordnen, je größer die Sehnsucht und das kontinuierliche, tägliche innere Zurücknehmen des Ichs, desto mehr wird eine intuitive Gewissheit im Herzen erfahren - das Wachsen einer neuen Lebenskonstante.