Jeder Mensch trägt verschiedene Masken, versteckt sich hinter vielfältigen Rollen und Verhaltensmustern und ist in mancherlei Zwängen gefangen. Im Zentrum des Menschen ruht eine Kraft, die alle Masken entlarven und ihn fundamental befreien kann.
Auf seinem Weg der Selbstverwirklichung setzt sich der Mensch Ziele. Um seine Wünsche und Vorstellungen zu realisieren, schlüpft er in Rollen, entwirft er Rollenbilder. Er entwickelt ein Selbstbild, eine Maske auf der Basis seiner psychischen Situation und der gesellschaftlichen Werte. Sein ganzes Streben verlagert er nach außen und findet darin eine scheinbare Befriedigung und Erfüllung. Bei dem Versuch, die Fülle endlich zu umfassen, entdeckt er jedoch sein leeres Inneres. Viele Menschen suchen den Weg aus der Verstellung, aus der Verzettelung, aus dem Zwang, sich zu verbiegen, und wollen nur noch „sie selbst“ sein. Dann versuchen sie, authentisch zu werden, ihr Leben zu vereinfachen und sich von Zwängen und Ängsten zu befreien. Derjenige, der seine wahre Mitte, sein wahres Selbst sucht, und derjenige, der die Fülle des Seins sucht – beide stoßen mit ihren Bemühungen an eine Grenze. Sie stellen fest, dass sie ihre Maske nicht ohne weiteres ablegen können, denn diese reicht tiefer als Zwänge, Ängste und Geltungsdrang. Das Ich mit seinen Selbstbildern, Vorstellungen, Emotionen, mit all seinen Eigenschaften ist eine Maske, die den Zugang zum wahren Selbst und seiner Fülle versperrt. Und das Ich kann sich nicht vom Ich befreien.
Wer aber den Punkt im Herzen entdeckt, der von allem Ichhaften unberührt ist, weil er das Tor zur Ewigkeit bildet, empfängt von dort die Kraft, die Maske des Ichs ganz zu erkennen und sie preiszugeben. Dann kann das wahre Selbst ohne Behinderung durchklingen und das äußere Wesen umwandeln, bis es ein reines Instrument des Ewigen wird.