Ein erwachsener Mensch, dessen Seele in Resonanz zum himmlischen Zwilling steht, versteht sein Leben immer mehr als eine Inszenierung von Gegebenheiten, die ihm als äußerer Spiegel dienen, um den Sinn des Lebens besser zu erkennen.
Aus diesem Blickwinkel heraus wird es ihm möglich, sich immer weniger mit diesen Gegebenheiten zu identifizieren. Er lernt, die Perspektive des himmlischen Zwillings einzunehmen. Die Dinge passieren, sie tun auch weh oder schenken Freude, aber sie können keine Abhängigkeit oder Sehnsucht mehr hervorrufen, da sie zum Lebensbereich des irdischen Zwillings gehören.
Der Mensch in unserem Beispiel verlagert seine Interessen, ohne seine menschlichen Beziehungen und Aufgaben zu vernachlässigen. In allen Bereichen des Lebens – in der Familie, im Beruf, im Privatleben und in der Gesellschaft – versucht er, anderen keinen Schaden zuzufügen, ohne sich dabei zu verleugnen. Je nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten wird sich sein Leben gestalten.
Der Entschluss, dem höheren Leben zu dienen, muss aufgrund des Widerstands des irdischen Zwillings immer wieder neu gefasst werden. Wenn ein Mensch lange genug auf diese Weise seiner Lebensaufgabe dient und das höhere Leben in ihm erblühen kann, kommt einmal der Moment, in dem der himmlische Zwilling endgültig die Führung im Menschen übernehmen kann.
Dieser Gesprächsabend ist der dritte Abend der Reihe „Die doppelte Biografie des Menschen – Seine irdische und göttliche Natur“.
Bisherige Veranstaltungen:
Die doppelte Biografie des Menschen 1: Das Lied der Perle
Der sterbliche und der ewige Mensch sind wie Zwillinge, die in einem gemeinsamen Gefährt unterwegs sind. Meistens übernimmt der Sterbliche das Steuer. Doch wenn das Ewigkeitswesen sich in einem Menschen Gehör verschafft, ändert sich die Lebensrichtung.
Die doppelte Biografie des Menschen 2: Kind und junger Mensch
Kinder und Jugendliche sind oft noch offen und aufnahmefähig für geistige Impulse. Sie verstehen die Sprache des Herzens. Daraus kann sich ein hohes Seelenvermögen entwickeln und eine große innere Reife.