In der indischen Weisheitsschrift der Bhagavad Gita wird der spirituelle Weg des Menschen dargestellt. Sie kann auch heute ein Leitfaden für den ringenden Sucher sein, der sich dabei seinem inneren Führer, dem innewohnenden göttlichen Prinzip, anvertraut.
Die Bhagavad Gita gilt als das bekannteste mystisch-spirituelle Werk der Religion der Inder. Sie ist über zweitausend Jahre alt und handelt von grundlegenden Seinsfragen der Menschen aller Zeiten wie Liebe, Freundschaft, Tod, Sinn und Ziel des Lebens und vom Zyklus der Reinkarnationen.
Die Lehren der Bhagavad Gita haben das Ziel, ein Leitfaden für die suchende und ringende Seele zu sein. Dafür werden Gleichnisse und Allegorien verwendet, in denen der innere Kampf, das Ringen und das Scheitern des Fürstensohnes Arjuna geschildert wird und die Hilfe, die dieser durch Krishna – das göttliche Prinzip seiner Seele – erhält.
Die Ähnlichkeit der Symbolgestalten von Krishna und Arjuna auf der einen Seite und dem Christus der Bibel mit seinen Jüngern auf der anderen Seite ist auffallend. Dies deutet darauf hin, dass in diesen Religionsmythen grundlegendes Wissen über die Bestimmung des Menschen zum Ausdruck kommt, welches entsprechend den jeweiligen Kulturen der Völker dargestellt wird.
Diese Texte und Gleichnisse können auch heute dem um tiefe Erkenntnis ringenden Sucher ein Leitfaden und eine Hilfe sein und ihm Klarheit auf seinem Erkenntnisweg bringen. Letzlich geht es darum, dass jeder Mensch den ihm innewohnenden Führer – das latente göttliche Prinzip in seinem Seelenkern – wieder erkennt und diesem den ihm zustehenden Platz einräumt.
An den Abenden sollen ausgewählte Kapitel aus der Bhagavad Gita aus gnostischer Sicht erläutert und in Bezug auf das eigene Streben und Ringen gebracht werden.