Vom 11. bis 13. Jh. lehrten die Katharer, die Reinen, im Süden Frankreichs die Verwandlung des Menschen nach Geist, Seele und Körper. Dieser Einweihungsweg ist ein universeller Weg, der auch heute noch gegangen werden kann.
Im Mittelalter herrschte in Occitanien, einem Landstrich in Südfrankreich, ein blühender Handel und eine hohe geistige Atmosphäre. Große Teile der Bevölkerung unterstützten oder lebten hier ein konsequentes, autonomes Christentum.
Wie konnte es in diesem Gebiet zu einem solchen äußeren und inneren Reichtum kommen? Die Bewohner waren nicht nur Gläubige einer Kirche, sondern Christen, die eine von Erkenntnis geprägte, spirituelle Entwicklung anstrebten. Die von den Katharerpriestern unterhaltene gnostische Mysterienschule gab dabei Hilfestellung.
Ihren Schülern, die den Weg wirklich zu einem guten Ende führen wollten, zeigten die Katharer einen inneren Einweihungsweg. Aus diesen Schülern gingen die legendären Bonhommes, die Vollkommenen, hervor, selbstlose Priester, Heiler und Lehrer.
Den Weg dahin nannten die Katharer in einer symbolischen Umschreibung „den Weg der Sterne“. Aus alten Urkunden, aus erhaltenen Liedern der Minnesänger und Troubadoure, ja, vor allem aus den Protokollen der Inquisition, der späteren Verfolgung der Katharer, ist uns einiges über ihre Lehren überliefert.
Der Vortrag begleitet einen Kandidaten auf seinem Weg. Vier Jahre verbringt er ohne Außenkontakt in den speziellen Grotten der Katharer . Für ihn ist es eine Entwicklung aus der Verhaftung mit der Welt der Materie in die Freiheit einer höher schwingenden geistigen Welt. Sein inneres göttliches Prinzip ist ihm dabei der Führer. Durch Läuterung und Umwandlung des Bewusstseins behebt er mit Hilfe der zu Verfügung gestellten Kräfte einen elementaren Mangel an Erkenntnis und befreit sich vom ich-zentralen Leben. So eröffnet sich eine Bindung der neu erwachten Seele an den göttlichen Geist. Die Erneuerung nach Geist, Seele und Körper ist vollbracht.
Der Einweihungsweg der Katharer, der Sternenweg, ist ein universeller Weg, der zu allen Zeiten gegangen wurde und auch heute noch gegangen werden kann. Die Art und der äußere Rahmen sind dem Bewusstsein der Menschen und ihrer Zeit angepasst. Die inneren Prozesse der Umwandlung sind jedoch zeitlos gültig.
Die Veranstaltung wird begleitet mit Melodien aus der Katharerzeit.