Alle Religionen weisen die Menschen darauf hin, dass es neben der uns bekannten Welt noch eine andere Welt gibt, die außerhalb unserer Vorstellung und Wahrnehmung liegt. Wenn der Mensch sie mit seinem Herzen erkennt, wird er ein Bewohner beider Welten.
Buddha nennt diese andere Welt das Nirwana, das für uns nicht Begreifbare, das Nichts. Jesus sagt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Hier könnten noch andere Weisheitslehrer genannt werden, wie Hermes Trismegistos oder Plato. Alle zeigen sie den Menschen einen Weg auf, der von der zeiträumlichen Welt in die Welt der Ewigkeit führt.
Viele Menschen leben heute in der vergänglichen Welt und sind unbewusst mit einer anderen, göttlichen Welt verbunden. Sie ist für die Sinnesorgane verborgen, aber trotzdem stets anwesend. Erfahren wird diese verborgene Welt als Verlangen, als Beunruhigung und als Antrieb zur Veränderung. Kunst, Wissenschaft und Religion schöpfen aus diesem Antrieb ihre Kraft mit dem Ziel, die vergängliche Welt vervollkommnen und ewig zu machen.
Die Menschheitsgeschichte zeigt jedoch, dass dies noch nie gelungen ist. Für all jene Menschen, die die zeiträumliche Welt nicht mehr als die allein erstrebenswerte erfahren, öffnet sich eine Brücke, so dass die bisher unbekannte göttliche Welt als eine neue, reale Welt erkannt wird. „Es ist das Vaterland der Unsterblichen, die Gemeinschaft aller, die fähig sind, das Licht zu erfahren“, wie es der deutsche Schriftsteller und Philosoph Karl von Eckartshausen (1752-1802) ausdrückt.