Der Gral hat etwas zu tun mit der Suche nach dem höchsten Ideal. Wer die Frage nach dem Sinn seines Daseins im Inneren mit sich trägt, kann feststellen, dass die Gralslegenden hinter der Erzählung von Heldentum und Edelmut einen inneren Weg aufzeigen.
Der innere Weg wird in den Gralslegenden bildhaft beschrieben. Für suchende Menschen gilt es, die Botschaft und die Bedeutung des Grals in sich selbst zu entdecken.
Parzival, den wir als Prototyp des suchenden Menschen ansehen wollen, betritt unvorbereitet die Gralsburg. Er kann das Geschehen dort nicht erfassen und muss die Burg wieder verlassen. Erst nach langer, bewusster Suche und innerlicher Verwandlung findet er den Weg zur Gralsburg zurück.
Die Faszination der Gralslegenden beruht auf einer im Menschen verankerten Verheißung: „Ihr sollt vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“, wie es im Matthäus-Evangelium (Kap. 5, Vers 48) ausgedrückt wird.
Dazu bedarf es der Hingabe des irdischen Menschen an einen lebenslangen, aktiven Prozess der Verwandlung seiner irdischen, natürlichen Beseelung in eine vom Göttlichen inspirierte Seele. Die göttliche Saat ist in jedem Menschen verborgen. Sie ist das wahre Selbst des Menschen, das Vollkommene, das Samenkorn Jesu.
Diesen Prozess für den suchenden Menschen zu einem tief erlebbaren Geschehen im eigenen Wesen zu machen ist der Auftrag einer Mysterienschule in der modernen Zeit.
Die Themen der einzelnen Abende sind:
27. 02. 2012: Mysterium Gral – der spirituelle Aufbruch
05. 03. 2012: Die Schlüsselfrage zur Erschließung des Grals
12. 03. 2012: Die Gral-Vision des Hermes Trismegistos
19. 03. 2012: Die Überwindung des Zweifels durch Hingabe
26. 03. 2012: Das Karfreitagsmysterium im Licht des Grals
02. 04. 2012: Die Aufhebung des Ur-Falls des Menschen
16. 04. 2012: Die Katharer auf dem Weg zum heiligen Gral
23. 04. 2012: Der Gral ist in jedem Menschen gegenwärtig