In den Texten des Lao Tse verbirgt sich eine Weisheit, die der Mensch in sich selbst freilegen kann – ohne Mittler, ohne Priester. In Kapitel 7 bis 9 erläutern Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri diesen Weg.
Kapitel 7
Der Makrokosmos währt ewig.
Er kann ewig währen,
weil er nicht für sich selbst lebt.
Darum stellt der Weise sich selbst
hinter den Anderen
und wird daher eins mit dem Ersten.
Er löst sich von seinem Körper
und wird seinen Körper dadurch behalten.
Das geschieht, weil er keinen Egoismus kennt.
Die eigenen Belange fördert er
durch Mangel an Egoismus.
Kapitel 8
Die rechte Lebenshaltung gleicht dem Wasser.
Das Wasser ist überall und an allen Orten.
Es ist auch an jenen Orten,
die von den Menschen verachtet werden.
Darum nähert sich der Weise Tao.
Er wohnt am rechten Ort.
Sein Herz ist tief wie ein Abgrund.
Seine Liebe ist vollkommen.
Er steht in der Wahrheit und erfüllt Wahrheit,
ist zum Regieren berufen, hält Ordnung.
Seine Handlungen verrichtet er gut.
Er tritt zur rechten Zeit in Aktion.
Wenn er nicht hadert
und mit anderen in Streit gerät,
gibt es an ihm nichts zu tadeln.
Kapitel 9
Man muss der gefüllten Vase fernbleiben.
Man darf die Schneide einer Klinge nicht berühren.
Man darf einen Saal,
geschmückt mit Gold und Edelsteinen,
nicht behalten wollen.
Wer auf seinen Reichtum stolz ist,
wird Unglück erfahren.
Wenn das Werk vollbracht
und der Name gemacht ist,
muss man sich zurückziehen.
Das ist der Weg des Himmels.