Das Tao Teh King des Laotse gehört zu den heiligen Schriften. In dieser chinesischen Schrift liegt eine universelle Weisheit verborgen, die auch für den Menschen heute eine tiefe Bedeutung hat und ihn vollkommen verändern kann, wenn er sie mit dem Herzen ergründet.
Das Tao Teh King ist ein sehr verschleiert geschriebenes Werk und steckt voller Paradoxien. Das macht es dem westlichen, analytisch denkenden Menschen schwer, zum Wesen des Tao Teh King durchzudringen. Denn Tao kann nicht gesagt werden. Wer aber sein Herz für diese universelle Weisheit öffnet, der kann erfahren, welche Kraft hinter den Worten wirkt.
„Wer gut geht, hinterlässt keine Spuren. Wer gut spricht, gibt keinen Anlass zu Tadel. Wer gut zählt, braucht keine Hilfsmittel. Wer gut schließt, braucht keinen Riegel, und dennoch kann man nicht öffnen, was er verschließt. Wer gut bindet, braucht keine Schnur, und dennoch kann man nicht lösen, was er bindet. (….)"
(Tao Teh King, Kap. 27, Übersetzung: Henri Borel, aus: Die Chinesische Gnosis, Rosekruiz Pers)
In einem Entdeckungsgespräch werden diese vermeintlichen Widersprüche und provokanten Aussagen bewegt und vertieft.
DasTao Teh King ist nach der Bibel das Werk, das in die meisten Sprachen übersetzt wurde. Soweit bekannt, wurde jedoch noch niemals ein Kommentar publiziert, in dem das Tao Teh King als gnostische Schrift gesehen wurde. Die Begründer der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes haben in ihrem Buch „Die Chinesische Gnosis“ 33 der insgesamt 81 Sprüche auf gnostische Weise erklärt.
Laotse lebte in China, etwa im 6. Jahrhundert vor Christus. Sein Leben bleibt geheimnisvoll; er soll ein Zeitgenosse von Konfuzius gewesen sein. Im Gegensatz zu diesem betont er in seinem Werk das Wesen der Dinge, das hinter allen Formen steht, eben das „Tao“.
„Dreißig Speichen treffen die Nabe, die Leere dazwischen macht das Rad. Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen, die Leere darinnen macht das Gefäß. Fenster und Türen bricht man in Mauern, die Leere da mitten macht die Behausung. Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes. Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus."
(Tao Teh King, Kap. 11, Übersetzung: Walter Jerven; ersch.: Otto Wilh.Barth Verlag)