Vom 11. bis 13. Jh. lehrten die Katharer, die Reinen, im Süden Frankreichs die Verwandlung des Menschen im göttlichen Licht. Ihre Botschaft kann für spirituell suchende Menschen auch heute genauso aktuell sein wie damals.
Um das Jahr 1000 zeigten sich in Okzitanien, ein Gebiet im Süden Frankreichs, dem späteren Languedoc, erste Spuren einer Geistesschule. Diese kam im 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts zur Hochblüte. Ihre Anhänger wurden Katharer oder auch Albigenser genannt. Sie verkündeten die urchristliche Lehre, in deren Zentrum die universelle, bedingungslose Liebe stand, wie sie in der Bergpredigt zum Ausdruck kommt.
Die Katharer lebten zu dieser Zeit inmitten einer blühenden Kultur. Es war die Zeit des Minnesanges und der Troubadoure. Im Minnesang geht es um höfische Liebe. Die selbstlose Verehrung, die ein Ritter seiner auserwählten Dame entgegenbringt, kann ein Sinnbild für Reinheit und Glaube sein. So bildete der Minnesang einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung der Lehre der Katharer.
Diese rasche Verbreitung stieß schnell auf den Widerstand der herrschenden Kirche. So fielen die Katharer und ihre Anhänger der Inquisition zum Opfer. Doch durch die Jahrhunderte gab es immer wieder Menschen, die den Weg der Katharer, die Verwandlung des Menschen im göttlichen Licht, beschritten.
Die Schule des Goldenen Rosenkreuzes fühlt sich der Bruderschaft der Katharer sehr verbunden. Beide Glaubensgemeinschaften sind gnostisch, das heißt, sie suchen Gotteserkenntnis durch einen inneren Weg, der allein durch die Hinwendung zum göttlichen Licht möglich wird.
So ist die universelle Botschaft der Katharer auch heute aktuell und kann für den spirituell suchenden Menschen eine Tür zu Licht und Wahrheit sein.