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Die Chinesische Gnosis (10 bis 13), Kommentare zum Tao Teh King von Lao Tse

Kapitel 12

Die fünf Farben blenden das Auge.
Die fünf Töne betäuben das Ohr.
Die fünf Geschmäcker verderben den Geschmack.

Rasendes Reiten und Jagen
verwirrt das menschliche Herz.
Mühsam zu erringende Güter führen
den Menschen zu verderblichen Taten.

Darum beschäftigt der Weise sich
mit seinem Inneren
und nicht mit seinen Augen.

Er verwirft,
was von außen kommt,
und verlangt nach dem,
was innen ist.

Kommentar zu 12: Die Kette aus Ursachen und Wirkungen
Der Mensch ist sehend blind und hörend taub. Durch diese Versehrtheit ist das Formwesen des Menschen dem Verderben, der Kristallisation unterworfen. Es zeigt sich jedoch, dass tatsächlich jeder Mensch das alles intuitiv weiß. Der Mensch fühlt sich in jeder Hinsicht von dem großen Konflikt bedroht. Sein Leben, seine Gesundheit, seine Lebenskraft sind in Gefahr. Daher verfällt er zahllosen Experimenten, um die Gefahren abzuwenden, aber dadurch wird sein Zustand nur immer ernster, denn er entfaltet seine Aktivitäten auf der Basis seiner Blindheit und Taubheit. Seine Begierden und Verlangen, auf Selbsterhaltung gerichtet, desorganisieren sein Herzheiligtum, und es wird für ihn selbst und andere fortwährend schwieriger.

Die beschriebene Kette aus Ursachen und Wirkungen muss durchbrochen werden. Sehen Sie den Menschen einmal so, wie er ist: ein mächtiges Instrument in ihm und eine Welt um ihn. Diese beiden sind ständig miteinander in Konflikt, obwohl sie in vieler Hinsicht aus der gleichen Ordnung geboren wurden. Das erklärt das rasende Reiten und Jagen, um das Gleichgewicht zu erlangen. Aber so werden die Konflikte gerade instand gehalten und in wilde Drehung gebracht. Dadurch dreht sich das Feuerrad der dialektischen Astralis unaufhörlich weiter. Darum richtet sich der Weise auf das Uratom, die Rose des Herzens, auf »sein innerstes Sein«. So zerbricht er die Kette aus Ursachen und Wirkungen.

Von diesem Augenblick an wird ein anderes magnetisches Fluidum in das System gezogen, und das Auge wird in der Welt keinen Konflikt mehr sehen, sondern eine Welt wahrnehmen, in welcher der Mensch nicht beheimatet ist. Dann hört das rasende Jagen auf der horizontalen Linie auf. Das Ohr wird andere Ätherkräfte hören und verarbeiten. Dadurch erhält der Geschmack andere Nahrung. Und die fünf Seelenfluide werden Anleitung zu der großen Veränderung geben, welche “die alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz” genannt wird.


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