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Spirituelle Intelligenz - Rosenkreuzer sehen manches anders


Es gibt den Intelligenzquotienten (IQ), und auch die emotionale Intelligenz (EQ) ist mittlerweile bekannt. Jetzt haben die Management-Experten die spirituelle Intelligenz (SQ) für sich entdeckt. Die Rosenkreuzer kennen diese Fähigkeit – verstehen sie aber anders.

Der Mensch ist mehr als Verstand und Gefühl. Das hat jetzt auch die Wirtschaft wahrgenommen – und setzt auf die so genannte spirituelle Intelligenz (SQ). Es gibt Trainer, die Seminare dazu anbieten, und selbst einen MBA-Studiengang (Master of Business Administration) an einer der führenden Wirtschaftshochschulen in Europa im schweizerischen St. Gallen. Dort können sich Manager für 67.000 Schweizer Franken anderthalb Jahre weiterbilden – und lernen, wie sie ihre spirituelle Intelligenz entwickeln können. Die Teilnahme soll Erfolg versprechend sein und das Einkommen steigern.

Der sinngebende Überbau

Während der IQ die Leistungsfähigkeit der Ratio eines Menschen bestimmt und der EQ die Fähigkeit, die Kraft der Gefühle bewusst einzusetzen, ist die spirituelle Intelligenz ein Merkmal, das sich einer dritten Kompetenz des Menschen zuwendet. Manche Coaches, die Seminare in SQ geben, bezeichnen sie als „sinngebender Überbau“, der die Richtung bestimmt. Es ist die Fähigkeit des Menschen, seine eigenen Interessen zu Gunsten eines höheren Zieles zurückzustellen und damit Gutes zu bewirken, das allen Menschen nützt. Eine Eigenschaft, die die Wirtschaft der vergangenen zehn Jahre eher selten prägte, die es aber immer wieder gab und gibt.

Das Credo der Coaches: Jeder Mensch besitzt spirituelle Intelligenz, man muss sie nur trainieren. Es wird angeführt, dass man bei kleinen Kindern eine Selbstlosigkeit oder einen Altruismus feststellen kann, wenn sie beispielsweise Erwachsenen zu Hilfe eilen, um eine schwere Tür zu öffnen – ahnend, dass die eigene Kraft zur Unterstützung eigentlich nicht ausreicht. Bislang gibt es allerdings keinen wissenschaftlich anerkennten Test wie beim IQ, der die spirituelle Intelligenz nachweisen oder messen kann. Mit Fragebögen versucht man sich dem Thema anzunähern. ‘Angenommen, Sie gewinnen eine Million Euro im Lotto – was machen Sie damit?’ Drei Antworten kann man ankreuzen: Man würde jemanden beschenken, man weiß es nicht, man würde sich tolle, neue Sachen kaufen. Die Fragen nehmen sich eher oberflächlich aus, es scheint schwierig zu sein, die spirituelle Intelligenz in der Theorie zu testen – die Praxis kann ganz anders aussehen. SQ drückt sich offenbar eher in der Spontaneität des Handelns aus, als dass man sie am „grünen Tisch“ voraussagen kann.

Das Wissen der Seele

Die spirituelle Intelligenz wird von einigen Trainern auch als „Wissen der Seele“ bezeichnet. Damit ist der Sitz dieser Form der Intelligenz grob umrissen. Wer also einen einigermaßen unverstellten Zugang zu seiner Seele hat, kann das Potential der spirituellen Intelligenz aktivieren. Früher sprach man nicht von spiritueller Intelligenz, sondern nannte deren Eigenschaften ein „seelenvolles Leben“ oder auch „ein Gott gefälliges Leben“. Diese Seelen-Kraft nannte man Glauben. Was früher der Ausdruck eines traditionellen Weges innerhalb einer Religionsgemeinschaft war, kann heute beispielsweise der Besuch von Seminaren über die spirituelle Intelligenz sein, ein Workshop über Energien oder ein Wochenende mit Yoga. Diese Glaubenskraft ist das, was die Wirtschaft für das Ziel eines Unternehmens nutzt oder ein Mensch für die Verwirklichung von sozialen oder ethischen Vorstellungen. Man will die Dinge in dieser Welt damit zum Guten führen und wendet sein Wissen zum Heil dieser Welt an. Es ist das Wissen einer Seele, die sich auf die Erde richtet und deren Nahrung sich aus der Kraft dieser sichtbaren Welt speist.

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