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Nach innen geht der geheimnisvolle Weg - Novalis’ Reise zur Erkenntnis

Novalis um 1799
Novalis um 1799

„Wir träumen von Reisen durch das Weltall – ist denn das Weltall nicht in uns? Nach innen geht der geheimnisvolle Weg“, bekannte der Philosoph Novalis. Er widmete Leben und Werk einer Reise der Erkenntnis. Seine romantische Poesie verleiht ihr Ausdruck.

 

 

 

 

„Wir träumen von Reisen
durch das Weltall –
ist denn das Weltall nicht in uns?
Die Tiefen unsers Geistes kennen wir nicht –
Nach innen geht
der geheimnisvolle Weg.
In uns, oder nirgends
ist die Ewigkeit mit ihren Welten –
die Vergangenheit und Zukunft.“
(1)

Friedrich von Hardenberg (1772–1801), der unter dem Namen Novalis publizierte, war einer der originellsten Köpfe der deutschen Romantik. Diese geistig-soziale Strömung ging am Ende des 18. Jahrhunderts vom Kreis der so genannten Jenaer Frühromantiker aus, dem Novalis angehörte, und ist weltweit bis heute kulturell einflussreich. Bis heute gilt die viel zitierte „Blaue Blume“ als ihr Symbol. Weniger bekannt ist, dass diese Blume der alchimistischen Bilderwelt entlehnt und ihr Schöpfer Novalis in Leben und Werk von hermetischer Weisheit (2) inspiriert wurde.

Wohin wollte dieser rätselhafte junge Mann, der als Jurist, Verwaltungsfachmann, Naturwissenschaftler und Bergbauingenieur einerseits ganz erfolgreich eine Laufbahn im Staatsdienst einschlug, während er andererseits eine Revolution der Köpfe und Herzen vorantrieb? Eine Umwälzung mit dem Ziel, Mensch und Welt bis in ihre Wurzeln zu „poetisieren“ – ein frischer Abglanz der Utopie des Goldenen Zeitalters.

„Wo gehen wir denn hin? – Immer nach Hause.“ (3)

Der Novalis-Forscher Heinz Ritter sagt: „Wenn von Einem, so kann man von Novalis sagen, dass ein Geist aus anderer Ordnung sich für kurze Zeit auf der Erde verkörperte, mit heißer Lust alles Begegnende begrüßte, Glanz und Wunder um sich verbreitete, aber die Sehnsucht nach der ewigen Heimat nur mühsam unterdrücken konnte.

Novalis war der eigentliche Romantiker; er war es nicht im Sinne schwärmerischen, verschwommenen Gefühls. Wie er ein verwegener Reiter und kühner Fechter war, so war er auch geistig ein scharfer Streiter. (...) Er lebte in der Welt der Urbilder. Er ist ein Urbild noch für unsere Zeit und für die Zukunft. Sein Stern wird erst aufgehen.“ (4)

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