Ein Gebet ist eine magische Formel, die Antwort und Erfüllung von einer höheren Instanz fordert. Welche Instanz tatsächlich antwortet und wie die Erfüllung letztlich aussieht, hängt vom eigenen Bewusstseinszustand ab. Da kann etwas ganz anderes eintreffen als erwartet.
In einem sprachwissenschaftlichen Vortrag wurde einmal das Wort “Gebet” in seiner etymologischen Bedeutung erklärt. Da hieß es, dass die Vorsilbe “Ge” zurückgehe auf die alte Rune für Leben und dass die zweite Silbe von dem Wortstamm “betten” abgeleitet sei. Frei übersetzt könnte man also das Gebet verstehen als ein “Gebettetsein in das Leben”.
Diese sprachlichen Zusammenhänge sind sehr erhellend, denn sie deuten darauf hin, dass es beim Beten offensichtlich um einen Prozess der Symbiose geht. Wie kommt diese Symbiose zustande und was liegt ihr zugrunde?
Gleiches zieht Gleiches an
Gewöhnlich sind Gebete an eine Instanz gerichtet, die der Betende sich außerhalb seiner selbst denkt. Eine Instanz, von der er Hilfe, Schutz oder die Erfüllung seiner Wünsche erwartet. Dabei ist es aber von entscheidender Bedeutung, welches Bild der Betreffende von der jeweiligen höheren Instanz hat und von welcher Art sein eigener aktueller Bewusstseinszustand ist. Denn wenn der Mensch betet, dann ist sein ganzes Wesen aktiv beteiligt. Was er sich wünscht, was er begehrt, das fühlt er auch; er bedenkt es, und er macht es in seinen Worten konkret. So eilt sein Gebet wie eine magische Formel in eine Richtung, in eine Ebene, die der Schwingung des Sprechers und des Gesprochenen entspricht. Hier gilt das Gesetz “Gleiches zieht Gleichartiges an”. Der Betende und die angerufene Instanz treten so in eine Wechselbeziehung, sie gehen eine Symbiose ein, und es findet ein Austausch statt. Das Gebet wird also immer beantwortet. Ob die Antwort oder die Erfüllung dann den Erwartungen des Betenden auch entspricht, bleibt offen. Zwei Tatsachen sind demnach zu bedenken: der Bewusstseinszustand des Betenden und die Beschaffenheit der höheren Instanz.
Eine Symbiose aus Kraft und Mensch
In der Universellen Weisheitslehre finden wir Hinweise auf unterschiedliche Schwingungsebenen, die mit dem menschlichen Seinszustand korrespondieren. Es sind Felder sehr subtiler Art, die vom Menschen selbst erschaffen und instand gehalten werden. Diese Ebenen oder Seinsbereiche sind den gleichen kosmischen Gesetzen unterworfen wie die sichtbare Ebene unseres Existenzgebietes, nämlich der Veränderlichkeit und der Vergänglichkeit. Alle Gedanken, Vorstellungen, Ideen und Empfindungen, die Menschen zu hegen in der Lage sind, alle Bilder von einer besseren, höheren Welt, alle Gottesinstanzen spiegeln sich in diesen feineren Schwingungsebenen wider und wirken von dort wiederum auf den Menschen zurück. Es sind Energien, die sich auch zusammenschließen können und so gewaltige Kraftstationen bilden. Auf Grund ihrer Gesetzmäßigkeit zur Selbsterhaltung wenden sich die so entstandenen Kräfte wieder an den Menschen, um die eigene Exstenz zu sichern. Das ist die Symbiose, die der Mensch eingeht und der er sich unbewusst ausliefert, vor allem wenn er betet.
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