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Einweihung, Teil 1: Wer aufsteigen will, muss Ballast abwerfen


Um die Reise zu einem höheren Bewusstsein anzutreten, muss der Mensch in seinem Wesen aufräumen, um Platz für das Neue zu schaffen. Dabei kommt ihm eine Kraft zu Hilfe, die nicht aus dieser Natur stammt.

Der griechische Mythos vom Helden Herakles erzählt, wie er als Sühne für eine Bluttat zwölf Aufgaben lösen muss. Eine davon ist das Ausmisten des Augias-Stalles. Die Reinigung des Stalles und das Beseitigen der gewaltigen Massen von Mist gelingt Herakles in der vereinbarten Zeit nur, indem er die Flüsse Alpheios und Peneios durch den Stall leitet und ihn auf diese radikale Weise säubert.

Abschied nehmen

Wer einen spirituellen Weg einschlagen will und nach Einweihung und Erleuchtung strebt, muss sein ganzes Wesen von Grund auf reinigen. Dazu gehört, behindernde Verstrickungen zu lösen und Abschied zu nehmen von unbrauchbar gewordenen Denkmustern, Gewohnheiten und Handlungsweisen. Das Reinigen des Augias-Stalls ist ein mythisches Bild für diese Aufgabe.

Im Lebenssystem des Menschen haben sich im Lauf der Zeit riesige Berge an Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen aufgehäuft. Das sind gleichsam geronnene Energien, die den Menschen in seinem momentanen Bewusstseinszustand festhalten. Wer einen höheren Bewusstseinszustand anstrebt, muss Platz dafür schaffen. Das Leersein ist die wichtigste Voraussetzung für das Einströmen von Neuem.

Kraftstrom aus dem Geist

Nur ein übernatürlicher Kraftstrom – im Mythos angedeutet durch die Flüsse Alpheios und Peneios – kann das Alte im Wesen mit sich fortnehmen und so Klarheit schaffen. Woher kommt dieser Energiefluss? Seine Quelle liegt in dem geistigen Prinzip, das jeder Mensch in seiner Mitte trägt.

Der geistige Strom hat zwei Eigenschaften: Er läutert und lässt gleichzeitig Neues entstehen. Er führt das Licht der Selbsterkenntnis mit sich. Verstand und Gefühl, Haupt und Herz erkennen immer deutlicher, was die Entwicklung zu einem höheren Bewusstseinsniveau behindert.

Sich selbst die Weihe geben

Die innere Erkenntnis erwacht zum Leben, wenn der Mensch beginnt, sich selbst nüchterner und objektiver zu betrachten. Im Prozess der Selbsterkenntnis beginnt der bisher unbekannte Kraftstrom auf sein Bewusstsein zu wirken. Er weist auf etwas Absolutes, Vollkommenes hin.

In beharrlichem Abbrechen und zielbewusstem Aufbauen nähert sich der Mensch allmählich den höheren Kräften in seinem Wesen. Indem er sein Bewusstsein für die reinigende Kraft öffnet, gibt er sich selbst die Weihe für die nächste Stufe seiner Entwicklung.

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