Der Mensch ist von zweifacher Art: sterblich der jetzigen Offenbarung nach und zugleich unsterblich seinem innersten Kern, dem Geistfunken nach. Durch Transfiguration entsteht aus dem Geistfunken ein unsterblicher Mensch, der sich in der Welt des ewigen Lebens offenbart.
Die Lehre des Rosenkreuzes basiert auf der Universellen Weisheitslehre, die zu allen Zeiten den Menschen, die danach verlangen, offenbart wurde und wird. In einer speziellen Ausprägung wurde diese Lehre in den Manifesten der klassischen Rosenkreuzer überliefert. Darin verschmilzt das alte Mysterienwissen mit den Mysterien des Christentums zu einem esoterischen Christentum.
Jan van Rijckenborgh (1896-1968) und Catharose de Petri (1902-1990), die geistigen Leiter des Lectorium Rosicrucianum, haben die klassischen Rosenkreuzerschriften neu herausgegeben und für das Verständnis von Schülern einer modernen spirituellen Schule erklärt.
Gnosis und hermetische Weisheit
Die heutige Lehre der Rosenkreuzer im Lectorium Rosicrucianum steht in der gnostisch-hermetischen Tradition. Sie ist in ihren praktischen Aspekten an die Erfordernisse des stark individualisierten modernen Menschen angepasst.
Gnosis – Gotteserkenntnis – wird dem Menschen als Lichtkraft zuteil, die zu innerer Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen Gott, Kosmos und Mensch führt. Aspekte dieses Wissens sind unter anderem auch in den Schriften des Hermes Trismegistos überliefert, die ebenfalls von Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri unter dem Titel „Die Ägyptische Urgnosis“ neu herausgegeben und erklärt wurden.
Vor diesem Hintergrund stützt sich die heutige Rosenkreuz-Lehre des Lectorium Rosicrucianum auf drei Säulen.
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