Die Namen der Großmeister
Ihren geistigen Namen, Catharose de Petri, nahm sie erst 1956 an, als sich ihre Rolle in der Gemeinschaft schon vollkommen geändert hatte. Sie erhielt ihn unter sehr besonderen Umständen aus dem Munde von Antonin Gadal, dem letzten Patriarchen der Bruderschaft der Katharer in Südfrankreich. Fortan benutzte sie diesen Namen auch nach außen – „nicht wegen seines größeren Wohlklangs“, wie sie selbst schrieb, „sondern weil ich das eigene Persönlichkeitsleben meinem Auftrag im Dienst aller unterwerfen will“.
Jan Leene hatte bereits 1940 seinen geistigen Namen, Jan van Rijckenborgh, angenommen. Beide waren geistig mit der inspirierenden Bruderschaft verbunden und entwickelten als Großmeister die klare Zielsetzung der Geistesschule des Rosenkreuzes. Nur zusammen konnten sie das Werk zum Erfolg führen. Ihr gemeinsames Wirken beweist, dass im Lectorium Rosicrucianum Mann und Frau absolut gleichberechtigt zusammenarbeiten.
Die Strukturierung des inneren Werkes
Es war Catharose de Petri, die Jan van Rijckenborgh am Anfang seine Arbeit überhaupt ermöglichte. Sie wachte über seine Umgebung – geistig, aber auch praktisch. Erst danach erfüllte sie ihren eigenen Auftrag, den sie 1930 intuitiv sehr klar erfahren hatte. Als geistige Leiterin wirkte sie hauptsächlich nach innen: Mit ihrer tief wurzelnden Empfindung für die Gnosis des Christentums und ihrer Kenntnis der reinen gnostischen Arbeit im Menschendienst wachte sie auch über das spirituelle Niveau und das Äußere der Tempel. Und sie inspirierte die Mitarbeiter zu einer Lebenshaltung, die höchsten Ansprüchen gerecht wurde.
Nach dem Tod Jan van Rijckenborghs im Jahre 1968 bewahrte und entwickelte Catharose de Petri das geistige Werk der Schule weiter und stärkte die Gemeinschaft für die Arbeit im Menschendienst. Gleichzeitig stellte sie das literarische Erbe Jan van Rijckenborghs sicher und arbeitete als Autorin. Die Schule des Rosenkreuzes hatte damals eine kritische Phase durchzustehen. Durch die klare Ausrichtung Catharose de Petris schlug das geistige Herz der Schule jedoch weiter für den rein gnostischen Auftrag.
Dabei wurde deutlich, dass eine Geistesschule als Instrument der Seelenbefreiung in der nun einsetzenden neuen Periode nicht länger von einer einzelnen Person gelenkt werden kann. Deshalb legte Catharose de Petri die Leitung der Geistesschule bereits 1970 in die Hände eines mehrköpfigen Kollegiums, der Internationalen Spirituellen Leitung. Als Großmeisterin stand sie dem Kollegium bis zu ihrem Tode im Jahre 1990 weiterhin mit Weisheit und Rat zur Seite, wo es nötig war. Zusammen mit der Internationalen Spirituellen Leitung sorgte sie dafür, dass die autonome geistige Kraft, die in der Geistesschule des Rosenkreuzes wirkt, eine lebendige Struktur erhielt.
Die Literatur von Catharose de Petri und Jan van Rijckenborgh ist im DRP Rosenkreuz Verlag erschienen.