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Catharose de Petri - Botschafterin des gnostischen Christentums

Catharose de Petri (1902-1990)
Catharose de Petri (1902-1990)

Zusammen mit Jan van Rijckenborgh (1896-1968) hatte Catharose de Petri (1902 -1990) die geistige Leitung des Lectorium Rosicrucianum inne. Bei der spirituellen Entwicklung und der Ausbreitung des Weltwerks der Geistesschule des Rosenkreuzes führte sie einen eigenen Auftrag aus.

Catharose de Petri hieß mit bürgerlichem Namen Hendrikje Stok-Huizer. Schon als Kind war sie eine „Sucherin“ und fühlte sich als Fremdling in dieser Welt. Später – in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts – sollte Sie die Mitbegründerin des Lectorium Rosicrucianum werden. An ihrer Seite stand Jan van Rijckenborgh.

Die Gründung und Leitung einer spirituellen Schule mit dem Ziel, eine Gruppe suchender Menschen in die Welt der Seele und des Geistes zu führen, ist eine Aufgabe, die auf eine innere Berufung gegründet sein muss. Eine solche Berufung erfuhr Catharose de Petri im Alter von 28 Jahren „vom bonafiden Orden des heiligen Rosenkreuzes“, wie sie später selbst berichtete. Es war ein spirituelles Erlebnis, das sich nach vielen philosophischen und religiösen Erwägungen einstellte. Seither wusste sie, „dass das Rosenkreuz als Geistesschule mit Geistkraft allen bekannt gemacht werden muss, die sich nach Seelenbefreiung sehnen.“

Die Befreiung der Seele von der Gebundenheit an die Welt der sterblichen Materie – das ist die innere Sehnsucht, von der Catharose de Petri hier spricht. Von einer Geistesschule ist die Rede, weil das Lectorium Rosicrucianum keine Persönlichkeitsschule ist und sich auch nicht allein mit der Pflege der Seele beschäftigt. Ihr Ziel ist es vielmehr, den Seelenmenschen direkt mit der höchsten Kraft zu verbinden, dem Christusgeist.

Die Erfahrung, in dieser Welt ein Fremdling zu sein

Bereits im Alter von acht Jahren beschäftigte sich Hendrikje (Henny) Huizer intensiv mit existenziellen Fragen des menschlichen Seins, zum Beispiel mit der Frage nach dem Ziel und dem eigentlichen Wesen des menschlichen Lebens hier auf Erden. Geboren wurde sie als Tochter eines Schiffbauers in Rotterdam. Ihr Vater stammte aus einem reformierten Elternhaus, die Familie ihrer Mutter gehörte zur wieder-reformierten Kirche. Doch ihre Eltern taten nicht viel für ihren Glauben. Hendrikjes Drang nach innerer Erkenntnis wurde in ihrer Umgebung nicht verstanden. Auch der Katechismusunterricht, den sie bei einem wieder-reformierten Prediger erhielt, brachte ihr nicht die erhofften Antworten.

Nach der schulischen Ausbildung nahm sie eine Büroarbeit auf. Doch litt sie auch hier sehr darunter, ihre innere Welt mit niemandem teilen zu können. Ihren Kollegen und Freundinnen gegenüber fühlte sie sich deshalb oft fremd und unverstanden.

Im Laufe der Jahre nahm ihre innere Berufung deutlichere Züge an, und eine zentrale Frage schälte sich immer klarer heraus: „Was liegt meinem Leben zugrunde?“ 1929 heiratete sie H. J. Stok, der sie mit der „Nederlandse Rozekruisers Genootschap“ in Verbindung brachte, der niederländischen Abteilung der Rosicrucian Fellowship von Max Heindel.

Die Begegnung mit den Brüdern Leene

Anfänglich hielt sie gar nichts davon, sich der Gemeinschaft anzuschließen, obwohl ihr Ehemann dort bereits Mitglied war. Sie meinte, organisierte Vereinigungen dieser Art würden unvermeidlich Irrtümer und Verwicklungen mit sich bringen, denen sie zutiefst abgeneigt war. Ihrer Meinung nach wäre eine Mitgliedschaft nichts weiter als ein Hindernis für die innere Ausgeglichenheit und konzentrierte Ruhe, die nötig sind, um einen geistigen Weg zu gehen. Auf Drängen ihres Mannes stimmte sie jedoch einem Gespräch mit den Brüdern Jan Leene und Zwier Willem (Wim) Leene zu. Die beiden Brüder waren 1924 in die Rozekruisers Genootschap eingetreten und hatten dort schon bald eine leitende Position eingenommen.

Bei diesem Gespräch berührte sie das bescheidene und dennoch starke Auftreten Jan Leenes so sehr, dass sie ihre Ansicht änderte und sich 1930 dem idealistischen Freundeskreis um die Brüder Leene anschloss. Die letzte Überzeugungsarbeit leistete dabei die Argumentation Wim Leenes, der ganz einfach zu ihr sagte: „Wenn wir unsere Herzen zusammenfügen, flammt unser Feuer viel stärker auf.“

Mit den Brüdern Leene begann eine intensive spirituelle Suche, die dazu führte, dass die drei ihren Weg mit einer eigenen Gruppe weitergingen. Nach dem Tode Wim Leenes am 9. März 1938 erhielt sie einen Sitz im Verwaltungsrat der Gemeinschaft, der damit bestand aus Jan Leene, ihr selbst, ihrem Ehemann H. J. Stok und A. M. Verhoog.

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