Der Berg in der Bibel
Auch in der Bibel finden viele Ereignisse auf einem Berg statt. Moses empfängt die göttlichen Gesetzestafeln auf einem Berg. Jesus versammelt seine Jünger auf dem Berg, um ihnen die Bergpredigt zu übertragen, die eine vollständige Richtschnur und Wegweisung für die Jünger ist. Der Kreuzgang Jesu führt nach Golgatha, auf die „Schädelstätte“, worin ein Hinweis auf die symbolische Bedeutung des Berges für den spirituellen Prozess im Menschen verborgen liegt.
Das Niedrige überwinden
Unsere heutige Welt ist weit weniger mythisch, als sie es in früheren Zeiten war. Dennoch üben Berge eine große Anziehungskraft auf viele Menschen aus. In fast allen Ansichten des Lebens spiegelt sich die Sehnsucht nach Aufstieg, nach Höhe und Größe, nach Überwindung des Irdischen. Immer gibt es Ziele, zu denen man aufsteigen möchte, um herauszuragen und den eigenen Horizont zu erweitern. Aber die Erfahrung in der Welt der Materie führt zu einer Grenze. Denn wenn jeder Berg der Welt bestiegen worden ist, stellt sich am Ende die Frage: „Ist jetzt der höchste Punkt der Welt, sprich der des Lebens, erreicht?“
Der Aufstieg
Für den spirituellen Mensch ist der Berg ein Orientierungspunkt, ein Ort der Kraft, der höchste Punkt seiner Ausrichtung. Eine Begegnungsstätte mit dem Höchsten. Er möchte hinaufsteigen in seinen Gedanken, in seinen Wünschen, in seinem Sein. Das bekannte Wort „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hilfe kommt“ beschreibt diese Verbindung von Mensch und Berg. Hier ist der Mensch, der weiß, wie weit er von der höchsten Bergspitze entfernt ist; und dort ist der Berg, der den Himmel berührt, der als Symbol für die höchste himmlische Kraft gilt, die alles umschließt.
Dieser höchste Punkt steht über allen niedrigen Dingen, er ist weit entfernt, und doch beginnt der Pfad zu ihm direkt vor dem Menschen, der seine Augen mit der Frage zum Gipfel erhebt: „Was kann ich tun, um zu dir zu gelangen?“ Die Antwort des Berges ist einfach: „Den Aufstieg beginnen.“
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